Kleine Blockheizkraftwerke (BHKW) sind in Zeiten knapper Energievorräte und steigender Energiepreise eine effiziente Lösung. Ob sich die Installation finanziell lohnt, hängt von individuellen Gegebenheiten und damit vom Einzelfall ab. Die nachfolgend arrangierten Faktoren gewähren Interessenten einen Einblick in die Thematik. 

1. Effizient Strom erzeugen, direkt am Verbrauchsort

Wie wir in unserem Ratgeber über die Grundlagen von BHKW-Systemen bereits erläutert haben, arbeiten moderne Anlagen mit Wirkungsgraden von bis zu 95 Prozent. Das bedeutet, dass bis auf fünf Prozent der gesamte Brennstoff in brauchbare Energie verwandelt wird. Ein beeindruckender Wert.

Ein BHKW wandelt flüssige, gasförmige oder feste Energieträger in Wärme und Strom um, weshalb von einer Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK, die Rede ist. Die Tatsache, dass der benötigte Strom ansonsten von einem Kraftwerk zu Gebäuden ohne BHKW transportiert werden muss und dabei Energieverluste zustande kommen, macht die Erzeugung des Stroms direkt vor Ort attraktiv. Hinzu kommt, dass in Kraftwerken die Abwärme der Stromerzeugung in der Regel ungenutzt bleibt.

2. Eigens produzierter Strom ist günstiger

Die steigenden Strompreise sind ein großes Ärgernis für Verbraucher. Laut Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in einem Artikel über Energiepreise und Transparenz für Verbraucher, betrug der Strompreis in der Grundversorgung 2018 im Durchschnitt 31,47 Cent pro Kilowattstunde ausgehend von einem jährlichen Verbrauch zwischen 2.500 und 5.000 kWh. Abseits der teuren Grundversorger lag der Preis immerhin bei 28,80 Cent/kWh.

Wegen der hohen Kosten bei der externen Beschaffung von Strom über Stromlieferanten und der relativ geringen Vergütung für eingespeisten Strom, ist es für BHKW-Besitzer lukrativer, den selbst erzeugten Strom für den Eigenbedarf zu nutzen und nicht für die Netzeinspeisung einzusetzen. Die Vergütung setzt sich hierbei aus vermiedenen Netznutzungsentgelten und dem gängigen Börsenpreis zusammen. Hinzu kommt der KWK-Zuschlag, staatlich gefördert.

Der geldwerte Vorteil kann beim Gegenüberstellen der Kosten für Eigenstromnutzung und Netzeinspeisung schnell mehr als 20 Cent pro Kilowattstunde betragen. Bei Stromüberschüssen steigert die Einspeisung in das öffentliche Netz gegen Vergütung die Wirtschaftlichkeit der Anlage zusätzlich.

Haushalte, die bislang noch kein BHKW zur Stromerzeugung nutzen können, sollten zumindest von der Wechselmöglichkeit Gebrauch machen und schnellstmöglich einen alternativen Tarif zur Grundversorgung wählen, um ihre Energiekosten zu senken. Das Sparpotenzial umfasst nicht nur günstigere Grund- und Arbeitspreise, sondern auch Neukundenboni und Sachprämien.  Welche Stromanbieter mit Prämie aufwarten und welche Bedingungen dabei erfüllt sein müssen, hat The Inquirer online zusammengefasst. Während beispielsweise SimplyGreen mit kostenlosen Fahrrädern lockt und dafür einen Mindestverbrauch von 1.000 kWh voraussetzt, profitieren Entega-Neukunden von KitchenAid, Flachbildfernsehern und anderen Geräten.

3. Sparpotenzial bei der EEG-Umlage

Für selbst genutzten Strom aus einer KWK-Anlage zahlen Verbraucher gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz eine reduzierte EEG-Umlage. Bei Blockheizkraftwerken bis 10 kW Leistung entfällt die EEG-Umlage bei der Nutzung von selbst erzeugtem Strom bis 10.000 kWh sogar vollständig.

4. Energiesteuer-Erstattung – Antrag nötig!

Innerhalb des Zeitraums der Abschreibung (zehn Jahre) gezahlte Energiesteuer für den gekauften Brennstoff zur Inbetriebnahme des BHKWs lässt sich rückerstatten. Vorausgesetzt das BHKW wandelt Minimum 70 Prozent der Energie in Wärme und Strom um. Das besagt § 53a Energiesteuergesetz (EnergieStG). Die Rückerstattung der Energiesteuer ist jährlich beim Hauptzollamt zu beantragen.

5. Fördergelder mindern Investitionskosten

Ob Zuschuss vom Bundesumweltministerium, Strom- oder Wärmeeffizienzbonus: Die Liste der Förderungen von Bund, Ländern und Kommunen hält attraktive Optionen bereit, die es zu nutzen gilt, um die Anschaffungskosten zu senken. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) klärt online über förderfähige Mini-KWK-Anlagen und mögliche Zuschüsse auf.

6. Komponenten, Wartungskosten und Extras

Neben Fördergeldern und Vorteilen dürfen die Kosten nicht vernachlässigt werden. Mindestens 25.000 Euro sollten Verbraucher für die Anschaffung eines BHKWs kalkulieren. Hinzu kommen die regelmäßigen Ausgaben für Brennstoff und die Kosten der Wartungskosten vom Blockheizkraftwerk" >Wartung. Ein Vollwartungsvertrag beim Anlagenanbieter ist ratsam, weil dieser im Rahmen dessen den einwandfreien Betrieb des Blockheizkraftwerks verantworten muss. Etwa 1.000 Euro jährlich Wartungskosten sind in vielen Fällen üblich. Ein Pufferspeicher zur Speicherung überschüssiger Wärme ist ebenfalls wichtig. Er dehnt die Langlebigkeit der Anlage aus, in dem ständiges Aus- und Einschalten vermieden wird. Um künftig auch Strom speichern zu können, ist in den kommenden Jahren mit zusätzlichen Kosten für Batteriespeicher zu rechnen. Momentan lohnt sich die Investition zwar kaum, in Zukunft dürfte sich das aber ändern.

Bilder - Pixabay: sakulich / Skitterphoto

 

 

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