Navigation überspringen

Preise für Blockheizkraftwerke vergleichen

Für welche Region benötigen Sie ein Angebot?

BHKW im Mehrfamilienhaus: Planung, Kosten und Mieterstrom

Inhaltsverzeichnis:

Mehrfamilienhäuser bieten ideale Voraussetzungen für ein BHKW: hoher Wärmebedarf, viele Betriebsstunden und die Möglichkeit, den erzeugten Strom direkt an Mieter zu verkaufen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie ein BHKW im Mehrfamilienhaus planen, dimensionieren und wirtschaftlich betreiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein BHKW lohnt sich im Mehrfamilienhaus ab ca. 6–8 Wohneinheiten mit ganzjährig hohem Wärmebedarf.

  • Typische Leistung: 5–20 kW elektrisch, 10–40 kW thermisch — je nach Gebäudegröße.

  • Mieterstrom: Vermieter können BHKW-Strom direkt an Mieter verkaufen und erhalten den KWK-Zuschlag.

  • Contractor-Modelle reduzieren das Investitionsrisiko — ein Dienstleister übernimmt Betrieb und Wartung.

Warum sich ein BHKW im Mehrfamilienhaus besonders lohnt

Mehrfamilienhäuser haben einen entscheidenden Vorteil für den BHKW-Betrieb: Der Wärmebedarf ist ganzjährig hoch. Warmwasser wird das gesamte Jahr über benötigt, und die Heizlast verteilt sich auf viele Wohneinheiten.

Faustformel: Ab ca. 70 kW Wärmebedarf — typisch ab 6–8 Wohneinheiten — sollte die BHKW-Option ernsthaft geprüft werden.

Die Vorteile im Überblick:

BHKW-Dimensionierung für Mehrfamilienhäuser

Die richtige Dimensionierung entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Das BHKW wird nach der Grundlast ausgelegt — also dem Wärmebedarf, der ganzjährig konstant vorhanden ist. Für Spitzenlasten im Winter springt ein Spitzenlastkessel ein.

Typische Leistungsgrößen

Gebäudegröße

Elektrische Leistung

Thermische Leistung

Typisches BHKW

6–10 Wohneinheiten

2,5–5 kW

8–15 kW

Mikro-BHKW

10–20 Wohneinheiten

5–15 kW

15–35 kW

Mikro-/Mini-BHKW

20–50 Wohneinheiten

15–30 kW

35–70 kW

Mini-BHKW

50+ Wohneinheiten

20–50 kW

40–150 kW

Mini-BHKW

Wichtig: Das BHKW sollte 30–50 % der maximalen Heizlast abdecken. Den Rest übernimmt ein Spitzenlastkessel. So erreicht das BHKW die nötigen 5.000+ Volllaststunden pro Jahr.

Praxisbeispiel: 8-Wohneinheiten-Haus

Ein typisches Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten (Baujahr 1970, teilsaniert, ca. 600 m² Wohnfläche):

  • Wärmebedarf: ca. 90.000 kWh/Jahr

  • BHKW: 5 kW elektrisch / 12 kW thermisch

  • Spitzenlastkessel: 60 kW Gas-Brennwert

  • Volllaststunden: ca. 5.500 h/Jahr

  • Stromerzeugung: ca. 27.500 kWh/Jahr

  • Amortisation: ca. 8–10 Jahre

Praxisbeispiel: 20-Wohneinheiten-Haus

Ein größeres Mehrfamilienhaus mit 20 Wohneinheiten (Baujahr 1985, ca. 1.400 m²):

  • Wärmebedarf: ca. 200.000 kWh/Jahr

  • BHKW: 15 kW elektrisch / 35 kW thermisch

  • Spitzenlastkessel: 120 kW Gas-Brennwert

  • Volllaststunden: ca. 5.800 h/Jahr

  • Stromerzeugung: ca. 87.000 kWh/Jahr

  • Amortisation: ca. 6–8 Jahre

Mieterstrom: Strom an Mieter verkaufen

Als Vermieter können Sie den im BHKW erzeugten Strom direkt an Ihre Mieter verkaufen. Das sogenannte Mieterstrom-Modell bietet Vorteile für beide Seiten:

Vorteile für Vermieter

  • Zusätzliche Einnahmen durch Stromverkauf (typisch 25–30 ct/kWh)

  • KWK-Zuschlag auf selbst erzeugten und vor Ort verbrauchten Strom

  • Attraktivitätssteigerung der Immobilie

Vorteile für Mieter

  • Günstigerer Strom als vom Netzbetreiber (Ersparnis 5–10 ct/kWh möglich)

  • Kein Anbieterwechsel-Aufwand

  • Ökologischer Vorteil durch KWK-Strom

Wichtig: Mieter müssen freiwillig teilnehmen. Es besteht keine Abnahmepflicht. Der Mieterstromvertrag ist unabhängig vom Mietvertrag.

Kosten und Wirtschaftlichkeit im MFH

Kostenfaktor

8-WE-Haus

20-WE-Haus

Anschaffung (BHKW + Kessel + Installation)

25.000–40.000 €

40.000–70.000 €

Jährliche Wartung

1.000–1.500 €

1.500–2.500 €

Gaskosten/Jahr

6.000–9.000 €

12.000–18.000 €

KWK-Zuschlag/Jahr

3.000–4.500 €

8.000–14.000 €

Mieterstrom-Erlös/Jahr

3.000–5.000 €

10.000–18.000 €

Amortisation

8–10 Jahre

6–8 Jahre

Contractor-Modelle: BHKW ohne eigene Investition

Wer die hohen Anschaffungskosten scheut, kann auf ein Contractor-Modell (auch Contracting oder Energieliefer-Contracting) setzen. Dabei übernimmt ein Energiedienstleister:

  • Planung und Installation des BHKW

  • Finanzierung der Anlage

  • Betrieb, Wartung und Instandhaltung

  • Brennstoffeinkauf

Im Gegenzug zahlen Sie einen Wärmepreis (ct/kWh), der oft günstiger ist als die bisherigen Heizkosten. Die Vertragslaufzeit beträgt typischerweise 10–15 Jahre.

Vorteil: Kein Investitionsrisiko, professioneller Betrieb, Planungssicherheit.

Nachteil: Langfristige Bindung, geringere Gesamtrendite als bei Eigenbetrieb.

Steuerliche Aspekte für Vermieter

Der Betrieb eines BHKW hat steuerliche Konsequenzen:

  • Umsatzsteuer: Stromverkauf an Mieter unterliegt der Umsatzsteuer. Vorsteuer auf Anschaffung und Betriebskosten kann geltend gemacht werden.

  • Einkommensteuer: Erlöse aus Stromverkauf und KWK-Zuschlag sind gewerbliche Einkünfte. Abschreibung der Anlage über 10–15 Jahre.

  • Gewerbesteuer: Kann anfallen, wenn die Gewerbegrenze überschritten wird. Prüfen Sie die erweiterte Grundstückskürzung (§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG).

  • Energiesteuerentlastung: Für den im BHKW eingesetzten Brennstoff beantragbar.

Lassen Sie sich zu den steuerlichen Details von einem Steuerberater beraten. Die Materie ist komplex und hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Informationen finden Sie bei der BAFA-Informationsseite zu KWK-Anlagen.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Wohneinheiten lohnt sich ein BHKW?

In der Regel ab 6–8 Wohneinheiten, wenn der Wärmebedarf ganzjährig hoch genug ist. Entscheidend sind nicht die Wohneinheiten allein, sondern der tatsächliche Wärmebedarf (ab ca. 70 kW Heizlast). Ein Energieberater kann die Wirtschaftlichkeit berechnen.

Müssen Mieter den BHKW-Strom abnehmen?

Nein. Die Teilnahme am Mieterstrom-Modell ist freiwillig. Mieter können ihren Stromanbieter frei wählen. Der Mieterstromvertrag ist unabhängig vom Mietvertrag und darf nur mit Zustimmung des Mieters geschlossen werden.

Wer ist für Wartung und Betrieb verantwortlich?

Beim Eigenbetrieb der Vermieter. Bei einem Contractor-Modell der Energiedienstleister. Die Wartung erfolgt typischerweise alle 2.000–4.000 Betriebsstunden durch den Hersteller oder einen Fachbetrieb. Die Kosten liegen bei 1.000–2.500 € pro Jahr.

Fazit: BHKW im Mehrfamilienhaus — eine lohnende Investition

Für Vermieter und Hausverwaltungen ist ein BHKW im Mehrfamilienhaus eine wirtschaftlich attraktive Option. Die Kombination aus Wärmeversorgung, Stromerzeugung, Mieterstrom-Erlösen und KWK-Zuschlag macht das BHKW in vielen Fällen zur rentabelsten Heizlösung für Mehrfamilienhäuser.

Lassen Sie sich die Wirtschaftlichkeit von einem Fachplaner für Ihr konkretes Gebäude durchrechnen.

Quellen: § 7 KWKG — KWK-Zuschlag · BAFA — KWK-Anlagen · ASUE — Arbeitsgemeinschaft für sparsamen Energieverbrauch · dena — Deutsche Energie-Agentur

FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

Ab wie vielen Wohneinheiten lohnt sich ein BHKW?

Ein BHKW lohnt sich in Mehrfamilienhäusern ab ca. 4-6 Wohneinheiten, da hier ausreichend Wärme- und Strombedarf für wirtschaftliche Laufzeiten vorhanden ist. Ab 8-10 Wohneinheiten wird das Mieterstrom-Modell besonders attraktiv. Größere Wohnanlagen ab 20 Einheiten profitieren von Mini-BHKWs mit sehr kurzen Amortisationszeiten.

Was kostet ein BHKW für ein Mehrfamilienhaus?

Für ein Mehrfamilienhaus mit 6-10 Wohneinheiten eignet sich ein Mikro-BHKW (5-15 kW) für 20.000-40.000 Euro. Für größere Objekte (20+ Wohnungen) kommen Mini-BHKWs (15-50 kW) für 40.000-120.000 Euro zum Einsatz. Durch Mieterstrom-Erlöse und KWK-Zuschlag amortisieren sich BHKWs in MFH oft in 5-7 Jahren.

Wie funktioniert Mieterstrom im Mehrfamilienhaus?

Der Vermieter oder eine Betreibergesellschaft installiert das BHKW und verkauft den erzeugten Strom direkt an die Mieter. Der Mieterstrompreis muss mindestens 10 % unter dem Grundversorgungstarif liegen. Mieter haben Wahlfreiheit und können den Mieterstrom ablehnen. Die Abrechnung erfolgt über individuelle Stromzähler pro Wohnung.

Wer trägt die BHKW-Kosten im Mehrfamilienhaus?

Die Investitionskosten trägt der Eigentümer oder eine Betreibergesellschaft. Die laufenden Kosten (Brennstoff, Wartung) werden über die Heizkostenabrechnung anteilig auf die Mieter umgelegt, soweit sie die Wärmeversorgung betreffen. Stromkosten werden separat über den Mieterstromvertrag abgerechnet. Eine Modernisierungsumlage von bis zu 8 % der Investitionskosten ist möglich.

Braucht ein BHKW im MFH eine Eigentümerversammlung-Genehmigung?

In einer WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) ist für die Installation eines BHKW ein Beschluss der Eigentümerversammlung mit einfacher Mehrheit erforderlich, sofern es sich um eine modernisierende Maßnahme handelt. Bei baulichen Veränderungen am Gemeinschaftseigentum kann eine qualifizierte Mehrheit (zwei Drittel) nötig sein.


Der beste Preis für Ihr BHKW

kostenlos & unverbindlich

Hier klicken!




7
TIPP: Jetzt kostenlos anfordern...
Alarmanlagen eBook

Die wichtigsten Tipps zur Planung Ihres BHKW! Jetzt kostenlos das eBook anfordern.

Einfach eMail-Adresse eintragen & Button klicken:

Alarmanlagen eBook

Die wichtigsten Tipps zur Planung Ihres BHKW! Jetzt kostenlos das eBook anfordern.

Einfach eMail-Adresse eintragen & Button klicken: