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TOP-Liste der Brennstoffe für das BHWK. Was passt zu ihnen?

Inhaltsverzeichnis:

Welcher Brennstoff ist der richtige für Ihr Blockheizkraftwerk? Die Antwort hängt von Ihrem Standort, Ihrem Budget und Ihren Klimazielen ab. Dieser Ratgeber vergleicht alle sechs relevanten BHKW-Brennstoffe — von Erdgas über Biogas bis Wasserstoff — mit aktuellen Preisen, CO2-Bilanzen und Praxistipps für 2026.

Das Wichtigste in Kürze

Erdgas (8–10 ct/kWh) bleibt der meistgenutzte Brennstoff, verliert aber wegen steigender CO2-Bepreisung an Wirtschaftlichkeit. Biogas ist klimaneutral und lohnt sich besonders in der Landwirtschaft. Flüssiggas eignet sich für Standorte ohne Gasanschluss. Holzpellets (5–7 ct/kWh) sind der günstigste Brennstoff. Wasserstoff ist die Zukunftstechnologie, aktuell aber noch teuer (15–25 ct/kWh).

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Welcher Brennstoff passt zu Ihrem BHKW?

Die Wahl des Brennstoffs ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Kauf eines Blockheizkraftwerks. Sie beeinflusst nicht nur die laufenden Betriebskosten, sondern auch die Wahl des Motors, den Wartungsaufwand und die CO2-Bilanz Ihrer Anlage.

Fünf Kriterien entscheiden darüber, welcher Brennstoff für Ihr BHKW optimal ist: Verfügbarkeit am Standort, Kosten pro Kilowattstunde, CO2-Emissionen, Wartungsaufwand und Zukunftssicherheit.

In Deutschland werden BHKW überwiegend mit Erdgas betrieben — doch das ändert sich. Steigende CO2-Preise, das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) und sinkende Preise für erneuerbare Brennstoffe verschieben die Wirtschaftlichkeit. Wer 2026 ein BHKW plant, sollte alle Optionen kennen.

Folgende Brennstoffe behandeln wir im Detail:

  • Erdgas — der bewährte Klassiker mit großer Herstellerauswahl

  • Biogas und Biomethan — klimaneutral, besonders in der Landwirtschaft

  • Flüssiggas (LPG) — die Lösung für Standorte ohne Gasanschluss

  • Pflanzenöl und Biodiesel — CO2-neutral, aber mit Nachhaltigkeitsfragen

  • Holzpellets und Holzgas — günstig und ökologisch, ideal für größere Anlagen

  • Wasserstoff — der Brennstoff der Zukunft mit enormem Potenzial

Erdgas — der Klassiker

Erdgas ist seit Jahrzehnten der Standard-Brennstoff für Blockheizkraftwerke. Rund 70 Prozent aller in Deutschland installierten BHKW werden mit Erdgas betrieben. Der Grund: Die größte Herstellerauswahl, einfache Versorgung über das bestehende Gasnetz und eine vergleichsweise saubere Verbrennung machen Erdgas zum unkompliziertesten Brennstoff.

Mit aktuellen Preisen von 8–10 ct/kWh (Stand 2026) liegt Erdgas im mittleren Preissegment. Die CO2-Emissionen betragen etwa 200 g/kWh — deutlich weniger als Heizöl (280 g/kWh), aber natürlich mehr als erneuerbare Alternativen. Erdgas-BHKW sind in Leistungsklassen von 1 kW (Nano-BHKW) bis zu mehreren Megawatt (Industrieanlagen) verfügbar und decken damit jedes Einsatzszenario ab.

Erdgas-BHKW: Technische Vorteile

Erdgas-Motoren erreichen elektrische Wirkungsgrade von 25–38 Prozent und Gesamtwirkungsgrade von über 90 Prozent. Die Verbrennung erzeugt wenig Ruß und Ablagerungen, was die Wartungsintervalle verlängert und die Lebensdauer erhöht. Bei allen großen Herstellern finden Sie Erdgas-Modelle in jeder Leistungsklasse.

Allerdings gibt es Schattenseiten: Die Erdgaspreise sind seit 2022 volatil und langfristig schwer kalkulierbar. Hinzu kommt die steigende CO2-Bepreisung: Seit 2024 zahlen Erdgas-Verbraucher 45 Euro pro Tonne CO2 — Tendenz steigend.

Unser Tipp: Wenn ein Gasanschluss vorhanden ist und Sie ein unkompliziertes System suchen, bleibt Erdgas eine solide Wahl. Achten Sie aber auf „H2-ready"-Modelle, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden können.

Ein weiterer Aspekt: Erdgas-BHKW profitieren von einer ausgereiften Lieferkette für Ersatzteile und einem dichten Netz qualifizierter Wartungstechniker. In vielen Regionen gibt es Wartungsverträge ab 300–500 Euro pro Jahr. Das senkt die Gesamtbetriebskosten und erhöht die Betriebssicherheit. Für Einsteiger in die Kraft-Wärme-Kopplung ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Prüfen Sie beim Erdgas-BHKW, ob Ihr Hersteller eine Wasserstoff-Beimischung von mindestens 20 Prozent unterstützt. Ab 2030 ist damit im deutschen Gasnetz zu rechnen.

Biogas und Biomethan

Biogas entsteht durch die Vergärung organischer Materialien — Gülle, Pflanzenreste, Lebensmittelabfälle oder Energiepflanzen. In einer Biogasanlage werden diese Stoffe unter Luftabschluss zu einem methanhaltigen Gas umgewandelt, das direkt im BHKW verbrannt werden kann.

Der entscheidende Vorteil: Biogas ist klimaneutral. Das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 wurde zuvor von den Pflanzen aus der Atmosphäre aufgenommen. Die CO2-Bilanz ist daher nahezu Null — ein gewaltiger Vorteil gegenüber fossilen Brennstoffen. Darüber hinaus löst die Biogasproduktion ein Entsorgungsproblem: Gülle, die sonst Methan in die Atmosphäre abgeben würde, wird kontrolliert vergoren. Das vermeidet zusätzliche Treibhausgasemissionen.

In der Landwirtschaft ist das Biogas-BHKW besonders wirtschaftlich: Wer Gülle und Pflanzenreste direkt vor Ort vergärt, spart Entsorgungskosten und erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Die Brennstoffkosten liegen dann bei nur 6–9 ct/kWh.

Biogas vs. Biomethan — der Unterschied

Rohes Biogas enthält neben Methan auch CO2, Schwefelwasserstoff und Feuchtigkeit. Es kann direkt in Biogas-BHKW am Standort der Biogasanlage verbrannt werden. Biomethan hingegen ist aufbereitetes Biogas, das auf Erdgasqualität gebracht und ins Erdgasnetz eingespeist wird.

Der Preisunterschied ist erheblich:

Variante

Kosten pro kWh

Voraussetzung

Typische Anwendung

Rohes Biogas (Eigenproduktion)

6–9 ct/kWh

Eigene Biogasanlage

Landwirtschaft, Kläranlagen

Biomethan (Netzeinspeisung)

8–12 ct/kWh

Gasanschluss

Wohngebäude, Gewerbe

Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gibt es in Deutschland über 9.500 Biogasanlagen — die meisten davon mit angeschlossenem BHKW. Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) sichert die Vergütung für eingespeisten Strom über 20 Jahre.

Biogas-BHKW profitieren von der KWK-Förderung und der EEG-Vergütung gleichzeitig. In Kombination mit Wärmelieferverträgen erreichen landwirtschaftliche Betriebe Renditen von 8–12 Prozent pro Jahr.

Achtung: Für den Betrieb mit rohem Biogas muss das BHKW speziell angepasst werden. Die Schwefelanteile im Biogas erfordern spezielle Gaswäscher und verkürzen die Wartungsintervalle.

Flüssiggas (LPG)

Flüssiggas — auch LPG (Liquefied Petroleum Gas) genannt — ist ein Gemisch aus Propan und Butan. Es entsteht als Nebenprodukt bei der Erdöl- und Erdgasförderung und wird unter leichtem Druck verflüssigt gelagert.

Der Hauptvorteil von Flüssiggas: Es funktioniert überall — auch dort, wo kein Erdgasnetz vorhanden ist. In ländlichen Gebieten Deutschlands haben viele Gebäude keinen Gasanschluss. Hier ist Flüssiggas die einfachste Alternative.

Die technischen Eigenschaften sind Erdgas sehr ähnlich. Viele Erdgas-BHKW können mit geringem Aufwand auf Flüssiggas umgerüstet werden. Der Wirkungsgrad bleibt nahezu identisch. Flüssiggas hat mit 12,87 kWh pro Kilogramm sogar einen etwas höheren Heizwert als Erdgas (10,1 kWh/m3). Das gleicht die höheren Literpreise teilweise aus.

Mit Kosten von 9–12 ct/kWh (Stand 2026) ist Flüssiggas etwas teurer als Erdgas. Hinzu kommen die Investitionskosten für den Tank:

  • Oberirdischer Tank (2.700 Liter): 1.500–2.500 Euro (Kauf) oder 8–15 Euro/Monat (Miete)

  • Erdtank (unterirdisch, 2.700 Liter): 2.500–4.000 Euro (Kauf)

  • Laufende Kosten: Regelmäßige TÜV-Prüfung alle 2 Jahre, Tankwagen-Anlieferung

Tipp: Sammelbestellung nutzen

In vielen Regionen gibt es Sammelbestellungen für Flüssiggas. Wenn sich mehrere Haushalte zusammenschließen, sinken die Lieferkosten pro Liter deutlich. Fragen Sie bei Ihrem Flüssiggasanbieter nach Sammelbestellungs-Optionen.

Die CO2-Emissionen liegen mit etwa 230 g/kWh zwischen Erdgas und Heizöl. Seit 2023 ist auch Bio-LPG auf dem Markt — hergestellt aus pflanzlichen Reststoffen — das die CO2-Bilanz um bis zu 80 Prozent verbessert.

Flüssiggas ist die beste Wahl, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist und Sie ein bewährtes, wartungsarmes System suchen. Achten Sie auf Langzeitverträge mit Preisgarantie.

Pflanzenöl und Biodiesel

Pflanzenöl-BHKW arbeiten mit umgebauten Dieselmotoren, die Rapsöl, Sonnenblumenöl oder aufbereitetes Altspeisefett verbrennen. Die Verbrennung ist CO2-neutral, da die Pflanzen das CO2 während ihres Wachstums gebunden haben.

Der größte Vorteil: Pflanzenöl ist ein nachwachsender Rohstoff mit einer nahezu geschlossenen CO2-Bilanz. Der Brennstoff ist lagerfähig, leicht transportierbar und in landwirtschaftlichen Regionen gut verfügbar. Im Gegensatz zu Erdgas oder Flüssiggas unterliegt Pflanzenöl keiner Importabhängigkeit — es kann vollständig in Deutschland produziert werden.

Allerdings gibt es gewichtige Einwände gegen die Nachhaltigkeit:

  • Tank-oder-Teller-Debatte: Felder, die für Energiepflanzen bestellt werden, stehen nicht für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung

  • Flächenbedarf: Für die Versorgung eines 5-kW-BHKW werden pro Jahr etwa 2–3 Hektar Rapsanbau benötigt

  • Höherer Wartungsaufwand: Pflanzenöl verursacht mehr Rückstände im Motor als Erdgas — die Ölwechselintervalle sind kürzer

Wichtig: Die Brennstoffkosten für Pflanzenöl schwanken stark und sind abhängig von Ernteertrag und Weltmarktpreisen. Rechnen Sie mit 10–14 ct/kWh (Stand 2026). Altspeisefett ist günstiger (7–10 ct/kWh), erfordert aber eine aufwändige Aufbereitung.

Nachhaltigere Alternative: Altspeisefett

Statt frischem Rapsöl können BHKW auch mit aufbereitetem Altspeisefett betrieben werden. Das löst die Tank-oder-Teller-Problematik, erfordert aber eine spezielle Filtrierung und Entfeuchtung. Laut Umweltbundesamt ist die Kaskadennutzung von Speiseölen ökologisch die beste Option.

Pflanzenöl-BHKW eignen sich vor allem für landwirtschaftliche Betriebe, die Rapsöl selbst pressen können. Für Wohngebäude gibt es wirtschaftlichere Alternativen.

Holzpellets und Holzgas

Holzbrennstoffe — Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz — sind die günstigsten Brennstoffe auf dem Markt. Mit nur 5–7 ct/kWh (Stand 2026) liegen Holzpellets preislich weit unter Erdgas und Flüssiggas. Zudem sind Holzbrennstoffe als nachwachsende Rohstoffe CO2-neutral und unterliegen deutlich geringeren Preisschwankungen als fossile Brennstoffe.

In Holz-BHKW kommen zwei grundlegend verschiedene Technologien zum Einsatz:

Stirling-BHKW mit Holzpellets

Stirlingmotoren arbeiten mit externer Verbrennung: Die Pellets werden in einem separaten Brenner verbrannt, die entstehende Hitze treibt den Stirlingmotor an. Der Vorteil: Der Motor kommt nicht mit den Verbrennungsgasen in Kontakt, was den Verschleiß minimiert.

Stirling-BHKW eignen sich besonders für Nano- und Mikro-BHKW im Einfamilienhaus. Elektrische Leistungen von 1–5 kW sind typisch. Der elektrische Wirkungsgrad ist mit 12–15 Prozent allerdings niedriger als bei Gasmotoren. Der Gesamtwirkungsgrad (Strom plus Wärme) erreicht dennoch 85–92 Prozent, da die Abwärme des Stirlingmotors vollständig genutzt wird. Die Wartungsintervalle sind lang, weil der Motor als geschlossenes System keine innere Verschmutzung erfährt.

Holzvergaser-BHKW

In Holzvergaser-BHKW werden Hackschnitzel oder Pellets zunächst in einem Reaktor bei Temperaturen von 700–1.200 Grad Celsius vergast. Das entstehende Holzgas — ein Gemisch aus Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Methan — wird gereinigt und in einem Gasmotor verbrannt. Das Prinzip ist dem eines Erdgas-BHKW sehr ähnlich. Diese Technologie erreicht deutlich höhere elektrische Wirkungsgrade von 25–30 Prozent als Stirling-Anlagen.

Holzvergaser-BHKW lohnen sich ab einem Wärmebedarf von etwa 30.000 Litern Heizöl-Äquivalent pro Jahr. Typische Einsatzorte sind landwirtschaftliche Betriebe, Hotels, Nahwärmenetze und Energiedörfer.

Laut ASUE wächst der Markt für Holzgas-BHKW seit 2020 kontinuierlich. Die Kombination aus niedrigen Brennstoffkosten und KWK-Förderung macht diese Anlagen zunehmend wirtschaftlich — auch in kleineren Leistungsbereichen.

Wichtig: Platzbedarf und Logistik

Holzbrennstoffe benötigen deutlich mehr Lagerraum als Gas oder Öl. Für ein 5-kW-BHKW rechnen Sie mit 8–12 Kubikmetern Pellet-Lager pro Jahr. Außerdem muss die Brennstoff-Zuführung (Förderschnecke, Saugsystem) regelmäßig gewartet werden. Planen Sie den Platzbedarf bereits bei der BHKW-Dimensionierung ein.

Wasserstoff — der Brennstoff der Zukunft

Wasserstoff gilt als Schlüsselelement der Energiewende. Die Bundesregierung investiert über 9 Milliarden Euro in die Nationale Wasserstoffstrategie — und BHKW spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn Wasserstoff-BHKW können dezentral Strom und Wärme erzeugen, wenn Wind und Sonne nicht liefern.

Die Technik ist nicht grundlegend neu: Viele Erdgas-BHKW können mit Anpassungen an Einspritzdüsen, Dichtungen und Steuerungssoftware auf Wasserstoff umgerüstet werden. Die höhere Verbrennungstemperatur von Wasserstoff erfordert hitzebeständigere Materialien im Brennraum. Hersteller wie 2G Energy, Viessmann und SenerTec bieten bereits „H2-ready"-Modelle an, die Beimischungen von 20–100 Prozent Wasserstoff vertragen. Die Mehrkosten für ein H2-ready-Modell betragen aktuell etwa 5–15 Prozent gegenüber einer reinen Erdgas-Variante.

Grauer, blauer und grüner Wasserstoff

Nicht jeder Wasserstoff ist gleich klimafreundlich:

  • Grauer Wasserstoff: Hergestellt aus Erdgas durch Dampfreformierung — mit CO2-Emissionen. Aktuell die günstigste Variante (15–18 ct/kWh)

  • Blauer Wasserstoff: Wie grauer, aber das CO2 wird abgeschieden und gespeichert (CCS). Noch in der Pilotphase

  • Grüner Wasserstoff: Hergestellt durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom — klimaneutral. Aktuell 20–25 ct/kWh, aber mit stark sinkender Tendenz

Die Prognosen sind vielversprechend: Laut dena soll grüner Wasserstoff bis 2030 auf unter 10 ct/kWh sinken. Dann wäre er mit Erdgas konkurrenzfähig — bei null CO2-Emissionen.

H2-ready: Heute kaufen, morgen umstellen

Wer heute ein BHKW kauft, sollte auf die Wasserstoff-Fähigkeit achten. Viele Hersteller bieten eine Umrüst-Option: Das BHKW läuft zunächst mit Erdgas und kann bei Verfügbarkeit von Wasserstoff-Infrastruktur umgestellt werden.

Achten Sie auf das Zertifikat „H2-ready" oder die Herstellerangabe zur maximalen Wasserstoff-Beimischung. Mindestens 20 Prozent H2-Verträglichkeit sollte Ihr neues BHKW mitbringen.

Perspektive 2030

Das deutsche Wasserstoff-Kernnetz soll bis 2032 fertiggestellt sein und über 9.700 Kilometer umfassen. Damit wird Wasserstoff auch für kleinere BHKW-Betreiber verfügbar. Wer jetzt ein H2-ready BHKW kauft, investiert in die Zukunft.

Brennstoff-Vergleichstabelle

Die folgende Tabelle fasst alle BHKW-Brennstoffe im direkten Vergleich zusammen. Die Angaben beziehen sich auf typische Werte für 2026:

Brennstoff

Kosten (ct/kWh)

CO2 (g/kWh)

Verfügbarkeit

Wartungsaufwand

Beste Eignung

Erdgas

8–10

200

Hoch (Gasnetz)

Gering

Einfamilienhaus, Gewerbe

Biogas (Eigenproduktion)

6–9

~0

Regional

Mittel

Landwirtschaft, Kläranlagen

Biomethan (Netz)

8–12

~0

Gasnetz

Gering

Wohngebäude, Gewerbe

Flüssiggas (LPG)

9–12

230

Überall (Tank)

Gering

Ländliche Gebiete

Pflanzenöl

10–14

~0

Regional

Hoch

Landwirtschaft (eigene Presse)

Holzpellets

5–7

~0

Gut (Handel)

Mittel

Größere Gebäude, Hotels

Wasserstoff (grün)

15–25

0

Gering (steigend)

Mittel

Zukunftsinvestition

Der günstigste Brennstoff sind Holzpellets. Der klimafreundlichste ist grüner Wasserstoff. Die beste Kombination aus Preis und Verfügbarkeit bietet Erdgas — noch. Ab 2030 könnte sich das Bild zugunsten von Biomethan und Wasserstoff verschieben.

Kosten pro kWh im Zeitverlauf

Die Brennstoffkosten sind nicht statisch. Die folgende Tabelle zeigt die Preisentwicklung und Prognose:

Brennstoff

2020

2024

2026

2030 (Prognose)

Erdgas

5–6 ct

7–9 ct

8–10 ct

10–13 ct

Flüssiggas

6–8 ct

8–11 ct

9–12 ct

10–14 ct

Holzpellets

4–5 ct

5–7 ct

5–7 ct

5–8 ct

Biomethan

7–10 ct

8–11 ct

8–12 ct

7–10 ct

Wasserstoff (grün)

30–40 ct

20–30 ct

15–25 ct

8–12 ct

Bemerkenswert: Während fossile Brennstoffe teurer werden, sinken die Kosten für erneuerbare Alternativen kontinuierlich. Grüner Wasserstoff hat das Potenzial, bis 2030 preislich mit Erdgas gleichzuziehen.

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Häufige Fragen

Kann ich mein Erdgas-BHKW auf einen anderen Brennstoff umrüsten?

Ja, in vielen Fällen ist das möglich. Die Umrüstung von Erdgas auf Flüssiggas ist besonders einfach und kostet in der Regel nur 500–1.500 Euro. Eine Umrüstung auf Biogas erfordert zusätzliche Gasreinigung. Die Umstellung auf Wasserstoff ist bei H2-ready-Modellen vorgesehen und wird vom Hersteller durchgeführt. Sprechen Sie vorab mit Ihrem Hersteller über die Möglichkeiten und Kosten.

Welcher Brennstoff eignet sich am besten für ein Einfamilienhaus?

Für Einfamilienhäuser mit Gasanschluss ist Erdgas weiterhin die wirtschaftlichste Option — idealerweise ein H2-ready-Modell. Ohne Gasanschluss empfehlen wir Flüssiggas. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage maximieren Sie die Eigenversorgung und senken die Energiekosten um bis zu 70 Prozent. Holzpellet-BHKW (Stirling) sind eine Alternative für ökologisch orientierte Hausbesitzer.

Wie wirkt sich der Brennstoff auf die BHKW-Förderung aus?

Die KWK-Förderung nach KWKG gilt grundsätzlich für alle Brennstoffe. Allerdings erhalten Anlagen mit erneuerbaren Brennstoffen (Biogas, Holz, grüner Wasserstoff) zusätzliche Boni. Die BAFA vergibt den KWK-Zuschlag für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen — unabhängig vom Brennstoff. Zusätzlich können erneuerbare Brennstoffe von der EEG-Vergütung profitieren.

Lohnt es sich, auf Wasserstoff zu warten?

Nein, warten sollten Sie nicht. Die Wasserstoff-Infrastruktur wird in Deutschland frühestens ab 2030 flächendeckend verfügbar sein. Die richtige Strategie: Kaufen Sie jetzt ein H2-ready BHKW, das zunächst mit Erdgas oder Biomethan läuft. Sobald Wasserstoff verfügbar und bezahlbar ist, stellen Sie um. So profitieren Sie sofort von der Kraft-Wärme-Kopplung und sind für die Zukunft gerüstet.

Fazit

Die Wahl des BHKW-Brennstoffs hängt von Ihrem Standort, Ihrem Budget und Ihren Klimazielen ab. Erdgas bleibt der unkomplizierteste Einstieg, Holzpellets sind der günstigste Brennstoff, und Wasserstoff ist die Zukunft. Alle Brennstoffe haben ihre Berechtigung — entscheidend ist, welcher am besten zu Ihren individuellen Rahmenbedingungen passt. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung neben den reinen Brennstoffkosten auch die Investitionskosten, den Wartungsaufwand, die Platzverhältnisse und die langfristige Preisentwicklung.

Unsere Empfehlungen im Überblick:

  • Gasanschluss vorhanden: Erdgas (H2-ready) oder Biomethan

  • Kein Gasanschluss: Flüssiggas oder Holzpellets

  • Landwirtschaftlicher Betrieb: Biogas aus Eigenproduktion

  • Maximale Zukunftssicherheit: H2-ready BHKW mit Erdgas/Biomethan als Brücke

Wichtig: Egal welchen Brennstoff Sie wählen — die Kraft-Wärme-Kopplung ist eine der effizientesten Technologien zur Energieerzeugung. Über 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffs werden in nutzbare Energie umgewandelt. Kein Kessel und keine Wärmepumpe erreicht diesen Gesamtwirkungsgrad.

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Quellen: ASUE — KWK-Informationen · dena — Wasserstoff · BDEW — Erdgas · Umweltbundesamt — Bioenergie · FNR — Biogas · BAFA — KWK-Förderung

FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

Welcher Brennstoff ist für ein BHKW am besten?

Erdgas ist der am häufigsten verwendete und wirtschaftlichste BHKW-Brennstoff mit dem besten Verhältnis aus Verfügbarkeit, Preis und Emissionen. Für klimaneutralen Betrieb eignet sich Biogas oder Biomethan. Flüssiggas ist ideal für Standorte ohne Gasanschluss. Wasserstoff wird zunehmend wichtiger, erfordert aber spezielle H2-ready-Geräte.

Kann ein BHKW mit Wasserstoff betrieben werden?

Ja, einige Hersteller bieten bereits H2-ready-BHKWs an, die mit bis zu 20 % Wasserstoff-Beimischung im Erdgas oder sogar mit reinem Wasserstoff arbeiten können. Der Umbau bestehender Erdgas-BHKWs auf Wasserstoff ist bei vielen Modellen möglich. Reiner Wasserstoffbetrieb ist allerdings derzeit noch teuer und die Infrastruktur im Aufbau.

Wie umweltfreundlich ist ein Erdgas-BHKW?

Ein Erdgas-BHKW spart durch den hohen Gesamtwirkungsgrad von 85-95 % etwa 30-40 % CO2 gegenüber getrennter Strom- und Wärmeerzeugung. Im Vergleich zu einer Gasheizung plus Netzstrom reduziert ein BHKW die Emissionen deutlich. Für noch bessere Klimabilanz kann Biogas oder synthetisches Methan eingesetzt werden.

Was kostet der Brennstoff für ein BHKW pro Jahr?

Bei einem Mikro-BHKW mit 5 kW elektrischer Leistung und 5.000 Betriebsstunden liegt der Erdgasverbrauch bei ca. 30.000-40.000 kWh pro Jahr. Bei einem Gaspreis von ca. 10-12 ct/kWh entspricht das jährlichen Brennstoffkosten von 3.000-4.800 Euro. Diesen stehen Stromeinsparungen und KWK-Erlöse gegenüber.

Kann ein BHKW mit Heizöl betrieben werden?

Ja, es gibt spezielle Heizöl-BHKWs mit Dieselmotor. Sie eignen sich für Standorte ohne Gasanschluss und wo ein Öltank bereits vorhanden ist. Heizöl-BHKWs haben etwas höhere Wartungskosten als Gas-BHKWs und strengere Emissionsauflagen. Durch die höhere Energiedichte von Heizöl sind die Brennstoffkosten pro kWh oft niedriger als bei Gas.


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