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Photovoltaikanlage und Blockheizkraftwerk - der kombinierte Nutzen!

Inhaltsverzeichnis:

Photovoltaik und Blockheizkraftwerk ergänzen sich wie Sommer und Winter. Die PV-Anlage liefert günstigen Strom bei Sonnenschein, das BHKW springt in der dunklen Jahreszeit ein und erzeugt gleichzeitig Wärme. In Kombination erreichen Sie eine Eigenverbrauchsquote von 70 bis 90 Prozent und machen sich weitgehend unabhängig von steigenden Energiepreisen.

Auf einen Blick: PV + BHKW kombinieren

  • PV deckt den Strombedarf im Sommer, das BHKW übernimmt im Winter und liefert zusätzlich Wärme.

  • Eigenverbrauchsquote steigt auf 70-90 % — deutlich mehr als mit PV allein (30-40 %).

  • Gesamtinvestition: 25.000-50.000 € für ein Einfamilienhaus (Stand: 2026).

  • Förderung über KWKG-Zuschlag (8-16 ct/kWh), EEG-Vergütung (7,78 ct/kWh) und KfW 270.

  • Amortisation: 8-12 Jahre bei optimaler Dimensionierung.

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Warum PV und BHKW perfekt zusammenpassen

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom aus Sonnenlicht. Das funktioniert im Sommer hervorragend — im Winter sinkt die Ausbeute jedoch um 60 bis 70 Prozent. Genau hier setzt das BHKW an. Ein Blockheizkraftwerk produziert Strom und Wärme gleichzeitig durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Es läuft besonders wirtschaftlich in den Heizmonaten, wenn Sie ohnehin Wärme benötigen.

Die saisonale Ergänzung ist der entscheidende Vorteil. Im Sommer liefert die PV-Anlage mehr Strom als Sie verbrauchen. Im Winter übernimmt das BHKW den Großteil der Stromerzeugung und heizt gleichzeitig Ihr Haus. So erreichen Sie eine ganzjährige Eigenverbrauchsquote von 70 bis 90 Prozent — statt nur 30 bis 40 Prozent mit PV allein.

Ein weiterer Pluspunkt: Überschüssiger Strom aus beiden Anlagen wird ins Netz eingespeist. Für PV-Strom erhalten Sie die EEG-Einspeisevergütung, für BHKW-Strom den KWK-Zuschlag plus den Börsenpreis. Beide Einnahmen verbessern die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage.

So funktioniert die Kombination in der Praxis

Damit PV und BHKW reibungslos zusammenarbeiten, brauchen Sie ein intelligentes Energiemanagement-System. Dieses steuert, welche Anlage wann Strom liefert — nach einer klaren Priorität:

  1. PV-Strom hat Vorrang: Solange die Sonne scheint, verbrauchen Sie zuerst den kostenlosen Solarstrom.

  2. BHKW springt ein: Reicht der PV-Strom nicht aus, startet das BHKW und erzeugt Strom plus Wärme.

  3. Batterie als Puffer: Ein Stromspeicher überbrückt kurze Lücken, etwa am Abend nach Sonnenuntergang.

  4. Netzbezug als letzte Option: Nur wenn PV, BHKW und Batterie nicht ausreichen, beziehen Sie Strom aus dem öffentlichen Netz.

Auf der Wärmeseite arbeitet ein Pufferspeicher. Er nimmt die BHKW-Wärme auf und gibt sie bei Bedarf an Heizung und Warmwasser ab. So kann das BHKW wärmegeführt laufen und erzeugt als Nebenprodukt Strom.

Wärmegeführt vs. stromgeführt

In Kombination mit einer PV-Anlage läuft das BHKW fast immer wärmegeführt. Das bedeutet: Es startet, wenn Wärme benötigt wird, und erzeugt dabei automatisch Strom. Den Sommer-Strombedarf deckt die PV-Anlage ab. Diese Betriebsweise maximiert die Wirtschaftlichkeit, weil das BHKW nur läuft, wenn seine Wärme tatsächlich gebraucht wird.

Welche Komponenten brauchen Sie?

Komponente

Aufgabe

Typische Größe (EFH)

PV-Anlage

Stromerzeugung (Sommer)

5-10 kWp

BHKW

Strom + Wärme (Winter)

1-5 kWel / 3-14 kWth

Pufferspeicher (Wärme)

Wärme zwischenspeichern

500-1.000 Liter

Batteriespeicher

PV-Strom für abends speichern

5-10 kWh

Energiemanagement-System

Koordination aller Erzeuger

Softwarebasiert

Kosten und Wirtschaftlichkeit der Kombination

Die Investition in ein PV-BHKW-System ist höher als bei einer Einzelanlage. Dafür sind auch die Einsparungen und Einnahmen deutlich größer. Die Gesamtinvestition für ein Einfamilienhaus liegt bei 25.000 bis 50.000 Euro — abhängig von Anlagengröße und ob ein Batteriespeicher eingebaut wird (Stand: 2026).

Investitionskosten im Detail

Komponente

Kosten (Stand: 2026)

PV-Anlage 5 kWp (schlüsselfertig)

5.000-7.000 €

PV-Anlage 10 kWp (schlüsselfertig)

9.000-14.000 €

Batteriespeicher 5-10 kWh

1.500-3.500 €

Nano-BHKW (1 kWel)

10.000-18.000 €

Mini-BHKW (5 kWel)

20.000-35.000 €

Pufferspeicher 500-1.000 l

1.000-2.500 €

Energiemanagement + Installation

2.000-5.000 €

Vergleich: Nur PV vs. Nur BHKW vs. Kombination

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die drei Varianten bei einem typischen Einfamilienhaus mit 4.500 kWh Stromverbrauch und 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr unterscheiden:

Kriterium

Nur PV (10 kWp)

Nur BHKW (1 kWel)

PV + BHKW

Investition

10.000-15.000 €

15.000-25.000 €

25.000-40.000 €

Eigenverbrauchsquote Strom

30-40 %

50-60 %

70-90 %

Jährliche Einsparung

800-1.200 €

1.500-2.500 €

2.500-4.000 €

Wärmeversorgung

Nein

Ja (Hauptheizung)

Ja (Hauptheizung)

Amortisation

8-12 Jahre

8-12 Jahre

8-12 Jahre

CO₂-Einsparung

Hoch (Strom)

Mittel (vs. getrennte Erzeugung)

Sehr hoch

Die Kombination spart 2.500 bis 4.000 Euro Energiekosten pro Jahr. Trotz der höheren Anfangsinvestition amortisiert sich das System in 8 bis 12 Jahren — ähnlich schnell wie eine Einzelanlage.

Förderung für PV + BHKW 2026

Für die Kombination von PV und BHKW stehen mehrere Fördertöpfe zur Verfügung. Die wichtigsten sind der KWKG-Zuschlag für das BHKW, die EEG-Einspeisevergütung für die PV-Anlage und der KfW-Förderkredit 270 für beide Anlagen.

KWKG-Zuschlag für das BHKW

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) sichert dem BHKW-Betreiber feste Zuschläge über 30.000 Vollbenutzungsstunden:

  • Einspeisung: 16 ct/kWh für BHKW bis 50 kWel

  • Eigenverbrauch: 8 ct/kWh für selbst genutzten KWK-Strom (bis 50 kWel)

  • Einspeisung 50-100 kWel: 6 ct/kWh Einspeisung, 3 ct/kWh Eigenverbrauch

Zusätzlich erhalten Sie für eingespeisten BHKW-Strom den sogenannten "üblichen Preis" — das ist der durchschnittliche Börsenpreis. Im ersten Quartal 2026 lag dieser bei 9,32 ct/kWh.

EEG-Einspeisevergütung für die PV-Anlage

Für Solarstrom, den Sie ins Netz einspeisen, erhalten Sie die EEG-Einspeisevergütung. Die aktuellen Sätze (Stand: Februar 2026):

  • Teileinspeisung bis 10 kWp: 7,78 ct/kWh

  • Volleinspeisung bis 10 kWp: 12,35 ct/kWh

  • Teileinspeisung 10-40 kWp: 6,73 ct/kWh (anteilig für den Teil über 10 kWp)

Die EEG-Vergütung sinkt halbjährlich um 1 Prozent. Ab August 2026 gelten leicht niedrigere Sätze. Bei negativen Börsenstrompreisen wird keine Vergütung gezahlt — der Vergütungszeitraum verlängert sich dafür entsprechend.

KfW-Förderkredit 270

Über den KfW-Kredit 270 finanzieren Sie sowohl die PV-Anlage als auch das BHKW zu vergünstigten Konditionen:

  • Finanzierung bis 100 % der Investitionskosten

  • Laufzeiten von 5 bis 30 Jahren

  • Tilgungsfreie Anlaufjahre (1-5 Jahre)

  • Effektiver Jahreszins ab 3,48 % (Stand: Januar 2026, bonitätsabhängig)

Der Antrag läuft über Ihre Hausbank — stellen Sie ihn vor dem Kauf der Anlage.

Wichtig: BEG-Förderung gilt nicht für Motor-BHKW

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Zuschüssen von 30-70 % gilt nur für Brennstoffzellen-Heizungen. Konventionelle Motor-BHKW (Erdgas, Flüssiggas) sind von der BEG-Förderung ausgeschlossen. Für Motor-BHKW greifen stattdessen das KWKG und der KfW 270.

Förderübersicht: PV + BHKW auf einen Blick

Förderprogramm

Gilt für

Förderhöhe

Ansprechpartner

KWKG-Zuschlag

BHKW (alle Typen)

8-16 ct/kWh

BAFA

EEG-Einspeisevergütung

PV-Anlage

7,78-12,35 ct/kWh

Netzbetreiber

KfW 270

PV + BHKW

Kredit ab 3,48 % eff.

KfW

BEG EM (30-70 %)

Nur Brennstoffzellen

30-70 % Zuschuss

BAFA

Kommunale Förderung

Variiert

500-5.000 €

Gemeinde/Stadt

Häufige Fragen zu PV und BHKW

Kann ich PV und BHKW gleichzeitig betreiben?

Ja, beide Anlagen können parallel arbeiten. Ein Energiemanagement-System regelt die Prioritäten automatisch: PV-Strom wird zuerst verbraucht, das BHKW springt bei Bedarf ein. Technisch werden beide Erzeuger über den Hausstromzähler und einen Einspeisezähler mit dem Netz verbunden.

Was bringt die Kombination finanziell?

Ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWp PV und 1 kWel BHKW spart 2.500 bis 4.000 Euro Energiekosten pro Jahr. Die Einsparung setzt sich zusammen aus vermiedenem Strombezug (ca. 35 ct/kWh), vermiedenen Heizkosten, Einspeisevergütung und KWKG-Zuschlag. Bei einer Gesamtinvestition von 25.000 bis 40.000 Euro ergibt sich eine Amortisation in 8 bis 12 Jahren.

Brauche ich einen Stromspeicher für PV + BHKW?

Ein Stromspeicher ist empfehlenswert, aber nicht zwingend. Ohne Batterie verlieren Sie einen Teil des PV-Stroms, weil er tagsüber produziert wird, aber abends gebraucht wird. Ein 5-10-kWh-Speicher kostet 1.500 bis 3.500 Euro (Stand: 2026) und erhöht die Eigenverbrauchsquote um weitere 10-15 Prozentpunkte. Da das BHKW abends und nachts Strom liefern kann, ist der Speicher bei der Kombination weniger kritisch als bei reiner PV.

Welcher Brennstoff eignet sich am besten für das BHKW?

Die meisten BHKW für Einfamilienhäuser laufen mit Erdgas oder Flüssiggas. Erdgas ist günstiger, setzt aber einen Gasanschluss voraus. Flüssiggas funktioniert auch ohne Gasnetz. Brennstoffzellen-BHKW nutzen ebenfalls Erdgas, erreichen aber einen höheren elektrischen Wirkungsgrad.

Checkliste: PV + BHKW planen

  1. Strom- und Wärmebedarf ermitteln: Letzte 3 Jahresabrechnungen prüfen. Ein BHKW lohnt sich ab ca. 15.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr.

  2. Dachfläche prüfen: Für 10 kWp brauchen Sie ca. 50-60 m² Süddach. Ost-West-Ausrichtung funktioniert ebenfalls, liefert aber 10-15 % weniger Ertrag.

  3. BHKW dimensionieren: Die thermische Leistung des BHKW sollte unter der Heizlast liegen — ein Spitzenlastkessel deckt die Spitzenbedarfe ab.

  4. Energieberater hinzuziehen: Ein zertifizierter Energieberater (dena-Expertenliste) berechnet die optimale Anlagenkombination.

  5. Förderung beantragen: KfW 270 vor dem Kauf beantragen. KWKG-Zulassung nach Inbetriebnahme beim BAFA stellen.

  6. Angebote vergleichen: Mindestens 3 Angebote von Fachbetrieben einholen. Achten Sie auf Wartungsverträge für das BHKW.

  7. Netzanmeldung: Beide Anlagen müssen vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet werden.

Tipp: Lassen Sie PV-Anlage und BHKW vom selben Fachbetrieb installieren. So vermeiden Sie Schnittstellenprobleme beim Energiemanagement und haben einen Ansprechpartner für das Gesamtsystem.

Fazit: Maximale Autarkie durch PV und BHKW

Die Kombination aus Photovoltaik und Blockheizkraftwerk ist die effektivste Lösung für maximale Energieautarkie im Eigenheim. PV liefert günstigen Solarstrom im Sommer, das BHKW übernimmt im Winter und versorgt gleichzeitig Ihr Haus mit Wärme. Mit einem Gesamtinvestment von 25.000 bis 50.000 Euro erreichen Sie Eigenverbrauchsquoten von 70 bis 90 Prozent und sparen 2.500 bis 4.000 Euro Energiekosten pro Jahr.

Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Dimensionierung. Holen Sie sich professionelle Beratung von einem Energieexperten und vergleichen Sie mindestens drei Angebote.

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Quellen: BAFA — KWK-Anlagen · KfW-Förderkredit 270 · Deutsche Energie-Agentur (dena) · ASUE — Arbeitsgemeinschaft KWK · BDEW

FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

Warum ergänzen sich BHKW und Photovoltaik so gut?

BHKW und Photovoltaik erzeugen Strom zu unterschiedlichen Zeiten: Die PV-Anlage liefert tagsüber im Sommer am meisten, das BHKW läuft vor allem im Winter bei hohem Wärmebedarf. Zusammen erreichen sie eine ganzjährig hohe Eigenversorgung mit Strom. Der kombinierte Eigenverbrauchsanteil kann auf 70-90 % steigen.

Kann ich BHKW und PV-Anlage gleichzeitig betreiben?

Ja, BHKW und PV-Anlage arbeiten problemlos parallel am selben Hausanschluss. Die Steuerung priorisiert den PV-Strom (da kostenlos), das BHKW springt bei Bedarf ein. Im Sommer ruht das BHKW häufiger, im Winter übernimmt es die Hauptlast. Beide Anlagen speisen Überschüsse unabhängig ins Netz ein.

Welcher Stromspeicher eignet sich für BHKW plus PV?

Für die Kombination BHKW + PV empfiehlt sich ein Hybrid-Wechselrichter mit AC- und DC-Kopplung, z. B. von E3/DC oder sonnen. Die Speicherkapazität sollte den 1,5-fachen Tagesverbrauch abdecken (typisch 10-20 kWh). Der Speicher wird sowohl von PV als auch BHKW geladen und optimiert den Eigenverbrauch beider Anlagen.

Wie hoch ist die Autarkie mit BHKW und PV-Anlage?

Mit der Kombination BHKW + PV + Speicher sind Autarkiegrade von 70-90 % beim Strom realistisch. Im Sommer versorgt die PV-Anlage das Haus, im Winter das BHKW. Beim Wärmebedarf deckt das BHKW die Grundlast, ein Spitzenlastkessel den Rest. Vollständige Energieautarkie (100 %) ist möglich, aber wirtschaftlich selten optimal.

Lohnt sich die Nachrüstung einer PV-Anlage bei bestehendem BHKW?

Ja, die Nachrüstung lohnt sich fast immer. Die PV-Anlage reduziert die BHKW-Laufzeit im Sommer und verlängert so die Lebensdauer des Motors. Gleichzeitig steigt die Gesamtstromproduktion und der Eigenverbrauchsanteil. Eine 10-kWp-PV-Anlage kostet 12.000-18.000 Euro und amortisiert sich in 8-10 Jahren.


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