Ein Blockheizkraftwerk kostet je nach Leistungsklasse zwischen 10.000 und 60.000 Euro. Doch der Anschaffungspreis allein sagt wenig aus. Entscheidend ist, was im Angebot enthalten ist und wie sich die Gesamtkosten über 15 Jahre entwickeln. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie BHKW-Preise realistisch vergleichen und das beste Angebot finden.
Das Wichtigste in Kürze
Nano-BHKW ab ca. 15.000 Euro, Mikro-BHKW ab ca. 25.000 Euro, Mini-BHKW ab ca. 35.000 Euro (jeweils ohne Einbau).
Installationskosten liegen bei 3.000 bis 8.000 Euro zusätzlich.
Vollwartungsverträge kosten 2,8 bis 4,3 Cent pro kWh erzeugtem Strom.
Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie die Gesamtkosten (TCO) über 15 Jahre.
Der KWK-Zuschlag nach KWKG verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich.
BHKW-Preise 2026: Was kostet ein Blockheizkraftwerk?
Die Preise für Blockheizkraftwerke hängen stark von der Leistungsklasse ab. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Anlage, desto höher der Preis pro Kilowatt elektrischer Leistung. Ein Nano-BHKW kostet pro kWel etwa 5.000 bis 10.000 Euro. Bei Großanlagen sinkt dieser Wert auf unter 500 Euro pro kWel.
Wichtig: Die meisten Preisangaben beziehen sich nur auf das Gerät selbst. Installation, Pufferspeicher, hydraulischer Abgleich und Abgasanlage kommen noch dazu.
BHKW-Typ |
el. Leistung |
Gerät (ohne Einbau) |
Schlüsselfertig (inkl. Einbau) |
Preis pro kWel |
|---|---|---|---|---|
Nano-BHKW |
bis 2,5 kWel |
10.000–18.000 € |
15.000–25.000 € |
ca. 5.000–10.000 € |
Mikro-BHKW |
2,5–15 kWel |
15.000–30.000 € |
25.000–44.000 € |
ca. 2.000–3.000 € |
Mini-BHKW |
15–50 kWel |
30.000–60.000 € |
40.000–80.000 € |
ca. 1.700–2.000 € |
0,7–5 kWel |
26.000–55.000 € |
30.000–65.000 € |
ca. 8.000–15.000 € |
Für ein typisches Einfamilienhaus kommt meist ein Nano- oder kleines Mikro-BHKW in Frage. Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe benötigen größere Anlagen im Mini-BHKW-Bereich.
Schlüsselfertig vs. nur Gerät
Manche Anbieter nennen nur den Gerätepreis. Andere kalkulieren schlüsselfertig inklusive aller Nebenkosten. Achten Sie beim Vergleich immer darauf, was im Preis enthalten ist.
Schlüsselfertige Angebote umfassen in der Regel das BHKW-Modul, den Pufferspeicher, die Abgasanlage, den hydraulischen Anschluss, die Elektroinstallation und die Inbetriebnahme. Ein schlüsselfertiger Preis liegt typischerweise 30 bis 50 Prozent über dem reinen Gerätepreis.
Diese Faktoren beeinflussen den BHKW-Preis
Der Preis eines Blockheizkraftwerks setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Wer diese Faktoren kennt, kann Angebote besser bewerten und gezielt verhandeln.
Motortyp und Technologie
Gas-Otto-Motoren sind die günstigste Variante. Sie starten bei etwa 10.000 Euro für kleine Leistungsklassen. Stirling-Motoren sind wartungsärmer, aber teurer. Brennstoffzellen-BHKW kosten am meisten, bieten dafür den höchsten elektrischen Wirkungsgrad.
Technologie |
Preisniveau |
Elektrischer Wirkungsgrad |
Wartungsaufwand |
|---|---|---|---|
Gas-Otto-Motor |
günstig |
25–35 % |
mittel (alle 2.500–4.000 h) |
Stirling-Motor |
mittel |
10–15 % |
gering |
Brennstoffzelle |
hoch |
35–60 % |
sehr gering |
Leistung und Dimensionierung
Die richtige Leistungsgröße ist entscheidend. Ein zu großes BHKW läuft zu wenige Stunden pro Jahr und rechnet sich nicht. Ein zu kleines Gerät schöpft das Einsparpotenzial nicht aus.
Faustregel: Die elektrische Leistung sollte so gewählt werden, dass das BHKW mindestens 5.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr erreicht.
Brennstoff
Erdgas ist der häufigste und meist günstigste Brennstoff für ein BHKW. Flüssiggas kommt dort zum Einsatz, wo kein Gasanschluss vorhanden ist. Biogas bietet Vorteile bei der Einspeisevergütung. Heizöl-BHKW sind seltener und im Betrieb teurer.
Installation und Nebenkosten
Die Installationskosten variieren je nach Gebäude und Aufwand zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Typische Zusatzkosten sind:
Pufferspeicher (800 bis 3.000 Euro je nach Größe)
Abgasanlage und Schornsteinanpassung (500 bis 2.000 Euro)
Elektroanschluss und Zählerkasten (300 bis 1.500 Euro)
Schalldämmung und Fundamentarbeiten (500 bis 2.000 Euro)
Anmeldung beim Netzbetreiber und BAFA (gebührenfrei bis ca. 500 Euro)
Achtung: Versteckte Kosten
Manche Anbieter rechnen den Pufferspeicher und die Abgasanlage nicht in den Angebotspreis ein. Fragen Sie immer nach einer schlüsselfertigen Kalkulation, damit Sie Angebote fair vergleichen können.
BHKW-Angebote richtig vergleichen
Drei Angebote einzuholen ist das Minimum. Doch die Zahlen auf dem Papier sind nur dann vergleichbar, wenn Sie wissen, worauf es ankommt. Der günstigste Angebotspreis ist selten das beste Angebot.
Checkliste: Was muss im Angebot stehen?
Ein seriöses BHKW-Angebot enthält mindestens diese Positionen:
BHKW-Modul mit genauer Typenbezeichnung und Leistungsdaten (kWel und kWth)
Pufferspeicher mit Volumenangabe
Abgasanlage inklusive Anschluss an den Schornstein
Hydraulischer Anschluss an das bestehende Heizsystem
Elektroinstallation und Netzanbindung
Inbetriebnahme und Ersteinweisung
Garantiebedingungen und Laufzeit
Wartungspauschale oder Vollwartungsvertrag (optional, aber empfohlen)
Fehlen einzelne Positionen, ist das Angebot nicht vergleichbar. Fordern Sie eine Nachbesserung an.
Vollwartungsvertrag einrechnen
Ein Vollwartungsvertrag deckt alle Wartungen, Reparaturen und Ersatzteile über die gesamte Vertragslaufzeit ab. Die Kosten liegen je nach Anlagengröße und Vertragsdauer bei 2,8 bis 4,3 Cent pro kWh erzeugtem Strom.
Für ein Mikro-BHKW mit 5 kWel und 5.000 Betriebsstunden pro Jahr ergibt das jährliche Wartungskosten von 700 bis 1.075 Euro. Ohne Vollwartungsvertrag müssen Sie mit einzelnen Wartungsterminen alle 2.500 bis 4.000 Betriebsstunden rechnen. Pro Termin fallen etwa 300 bis 500 Euro an.
Tipp: Viele Hersteller bieten den Vollwartungsvertrag direkt beim Kauf an. Der Preis ist dann oft günstiger als ein späterer Abschluss.
TCO: Gesamtkosten über 15 Jahre
Der Anschaffungspreis macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Die Total Cost of Ownership (TCO) berücksichtigt alle Kosten über die gesamte Nutzungsdauer von typischerweise 15 Jahren:
Kostenposition |
Angebot A |
Angebot B |
Angebot C |
|---|---|---|---|
BHKW schlüsselfertig |
28.000 € |
32.000 € |
35.000 € |
Wartung (15 Jahre) |
15.000 € |
12.000 € |
10.500 € |
Brennstoff (15 Jahre) |
52.000 € |
48.000 € |
46.000 € |
Generalüberholung |
5.000 € |
inkl. |
inkl. |
TCO gesamt |
100.000 € |
92.000 € |
91.500 € |
Erlöse (Strom + KWK) |
–42.000 € |
–45.000 € |
–47.000 € |
Nettokosten 15 J. |
58.000 € |
47.000 € |
44.500 € |
In diesem Beispiel ist Angebot A trotz des niedrigsten Anschaffungspreises über 15 Jahre das teuerste. Angebot C hat die höchsten Anschaffungskosten, ist aber in der Gesamtrechnung am günstigsten.
So holen Sie sich BHKW-Angebote ein
Der Weg zum passenden BHKW-Angebot führt über drei Kanäle. Nutzen Sie am besten alle drei, um eine breite Vergleichsbasis zu schaffen.
Energieberater einschalten
Ein zertifizierter Energieberater analysiert Ihren Wärmebedarf, empfiehlt die richtige Leistungsklasse und begleitet Sie durch den Angebotsprozess. Die Kosten für eine Energieberatung liegen bei 300 bis 800 Euro. Über die BAFA-Förderung können Sie einen Teil der Beratungskosten zurückerhalten.
Ein Energieberater hilft Ihnen auch dabei, unrealistische Angebote zu erkennen. Investieren Sie hier nicht an der falschen Stelle.
Herstelleranfragen
Fragen Sie direkt bei den großen BHKW-Herstellern an. Viele Hersteller vermitteln Ihnen auch einen regionalen Fachbetrieb für die Installation. Etablierte Anbieter sind unter anderem Viessmann, SenerTec, Vaillant, 2G Energy und EC Power.
Online-Vergleichsportale
Über Online-Portale erhalten Sie schnell mehrere Angebote von regionalen Anbietern. Achten Sie darauf, dass die Portale unverbindlich und kostenlos sind. Seriöse Portale verlangen keine Vorabgebühren.
Unser Angebots-Service
Über unser Portal erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu drei Angebote von qualifizierten Fachbetrieben in Ihrer Region. Alle Angebote basieren auf Ihren individuellen Anforderungen. So sparen Sie Zeit und bekommen vergleichbare Kalkulationen.
Förderung und KWK-Zuschlag
Die Wirtschaftlichkeit eines BHKW verbessert sich erheblich durch den KWK-Zuschlag nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG). Dieser Zuschlag wird vom BAFA bewilligt und über den Netzbetreiber ausgezahlt.
Für neue KWK-Anlagen bis 50 kWel gelten folgende Vergütungssätze:
Eingespeister Strom: 8 Cent pro kWh (KWK-Zuschlag)
Selbst genutzter Strom: 4 Cent pro kWh (KWK-Zuschlag)
Vergütung für eingespeisten Strom: zusätzlich der übliche Preis (Baseload-Preis an der Börse)
Bei einem Mikro-BHKW mit 5 kWel und 5.000 Betriebsstunden bedeutet das allein durch den KWK-Zuschlag Einnahmen von 1.000 bis 2.000 Euro pro Jahr.
Zusätzlich profitieren Sie von der Energiesteuerbefreiung auf den eingesetzten Brennstoff. Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für energieeffiziente Sanierungen an, die auch BHKW-Projekte einschließen können.
Wichtig: KWKG 2025 verlängert Förderzeitraum
Das novellierte KWKG verlängert die Fördermöglichkeiten über den 31.12.2026 hinaus. Voraussetzung: Die Anlage muss bis Ende 2026 eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung haben oder verbindlich bestellt sein. Ab 2026 sinken die förderfähigen Vollbenutzungsstunden auf 3.300 VBH pro Jahr.
Häufige Fragen zum BHKW-Preisvergleich
Was kostet ein BHKW für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus eignet sich ein Nano-BHKW mit 1 bis 2,5 kWel. Schlüsselfertig installiert kostet eine solche Anlage zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Ein BHKW lohnt sich im Einfamilienhaus nur bei einem Jahreswärmebedarf von mindestens 20.000 kWh und möglichst ganzjährigem Wärmebedarf. Bei gut gedämmten Neubauten mit niedrigem Wärmebedarf ist eine Wärmepumpe oft die bessere Wahl.
Wie viele Angebote sollte man einholen?
Mindestens drei Angebote sind sinnvoll. So erkennen Sie, ob einzelne Positionen überteuert sind. Achten Sie darauf, dass alle Angebote die gleiche Leistungsspezifikation und den gleichen Lieferumfang haben. Nur dann ist ein fairer Vergleich möglich.
Sind gebrauchte BHKW eine Alternative?
Gebrauchte BHKW können bis zu 50 Prozent günstiger sein als Neugeräte. Allerdings haben sie bereits Betriebsstunden auf dem Zähler. Nach 30.000 bis 40.000 Betriebsstunden steht bei Gas-Otto-Motoren eine Generalüberholung an, die 5.000 bis 10.000 Euro kosten kann. Prüfen Sie beim Kauf eines gebrauchten BHKW immer das Wartungsheft und den Betriebsstundenzähler.
Achtung: Für gebrauchte Anlagen gibt es keinen KWK-Zuschlag nach KWKG. Das verschlechtert die Wirtschaftlichkeit erheblich.
Checkliste: BHKW kaufen
Bevor Sie ein BHKW kaufen, gehen Sie diese Punkte durch:
Jahreswärmebedarf ermitteln lassen (idealerweise durch einen Energieberater)
Passende Leistungsklasse bestimmen (Faustregel: mindestens 5.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr)
Mindestens drei schlüsselfertige Angebote einholen
Angebote auf Vollständigkeit prüfen (Gerät, Speicher, Abgas, Elektro, Inbetriebnahme)
TCO über 15 Jahre berechnen — nicht nur den Anschaffungspreis vergleichen
Vollwartungsvertrag prüfen und einrechnen
Fördermöglichkeiten klären (BAFA KWK-Zulassung, KfW-Kredit, Energiesteuerbefreiung)
Anmeldung beim Netzbetreiber vorbereiten
Referenzen des Installateurs prüfen
Lieferzeit und Installationstermin schriftlich vereinbaren
Fazit und nächster Schritt
Der BHKW-Preisvergleich zeigt: Die Anschaffungskosten variieren je nach Leistungsklasse zwischen 15.000 und 80.000 Euro schlüsselfertig. Der reine Gerätepreis ist dabei nur ein Teil der Rechnung. Wartung, Brennstoffkosten und Fördermittel bestimmen, ob sich die Investition langfristig lohnt.
Vergleichen Sie immer die Gesamtkosten (TCO) über 15 Jahre. Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Und lassen Sie sich von einem Energieberater bei der Dimensionierung unterstützen.
Das BHKW-Infozentrum bietet weiterführende technische Informationen und aktuelle Marktübersichten. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) stellt Leitfäden zur Wirtschaftlichkeitsberechnung bereit.
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