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Prinzipiell eignen sich Blockheizkraftwerke für jedes Gebäude in dem Strom und Wärme benötigt wird. Dennoch steigt die Rentabilität mit dem Nutzungsgrad und dem Strom- und Wärmebedarf eines Hauses.

1. Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus

Nano-Blockheizkraftwerk lion powerblock © lion energy

Es sollte an dieser Stelle fairerweise gesagt werden, dass sich BHKW in Einfamilienhäusern nicht immer rechnen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Nano- oder Mikro-BHKW auch in einen Einfamilienhaus rentabel betrieben werden: empfohlen ist eine Dimensionierung für die meisten BHKW, dass die Anlage rund 5.000 Betriebsstunden im Jahr erreicht (das Jahr hat 8.760 Stunden) während des Betriebs sollte ein halbwegs gleichmäßiger Wärmebedarf im Gebäude gewährleistet sein.

Wenn man diese Richtwerte alleine nicht erreicht, wäre es überlegenswert, den überschüssigen Strom an umliegende Nachbarn zu verkaufen. Dies ist für beide Parteien eine lukrative Angelegenheit, denn der Betreiber des BHKW steigert seinen Ertrag und der Nachbar erhält günstigeren Strom. 

Die Amortisationszeit für ein Blockheizkraftwerk in einem Einfamilienhaus beträgt rund 10-15 Jahre

Alternativ kann hier auch eine Brennstoffzellenheizung genutzt werden, welche ebenfalls hocheffizient Strom und Wärme aus Gas produziert!

2. Blockheizkraftwerk für ein Mehrfamilienhaus (auch Reihenhäuser)

Für Mehrfamilienhäuser ist der BHKW-Betrieb fast durchweg rentabel und auch andere Modelle der Energie- und Wärmeversorgung des Gebäudes stehen hinten an. Die hier eingesetzten BHKW nennt man Mini-BHKW. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass das Blockheizkraftwerk möglichst stark ausgelastet ist, so dass die Anlage selten heruntergefahren werden muss. Die Amortisationszeit für ein Blockheizkraftwerk in einem Mehrfamilienhaus beträgt rund 9-10 Jahre

3. Blockheizkraftwerk für einen Wohnblock

Blockheizkraftwerke in Wohnblocks sind eine der größten Anwendungen für diese Technologie. Wie bei Mehrfamilienhäusern ist der wirtschaftliche Betrieb nahezu garantiert. Folgende Fragen müssen bei der Strom- und Wärmeversorgung eines Wohnblocks mithilfe eines BHKW geklärt werden:

  • Wer betreibt das BHKW? Einer der Eigentümer oder eine Mieter-GbR?
  • Kauf oder Contracting? Contracting ist eine zu erwägende Alternative
  • Ein großes BHKW oder mehrere kleine? Für ein großes BHKW sprechen geringere Anschaffungskosten und ein reduzierter Wartungsaufwand. Mehrere kleine BHKW können bedarfsgerechter und so wirtschaftlicher betrieben werden und bei Störungen fällt nicht die gesamte Anlage auf einmal aus.

Die Amortisationszeit für ein Blockheizkraftwerk in einem Wohnblock beträgt rund 3-10 Jahre.

Wir empfehlen Ihnen das nachfolgende 3-minütige Video der EnergieAgentur.NRW zu einem Projekt einer umfassenden energetischen Sanierung eines Albaubestands mit Installation eines Mini-Blockheizkraftwerks.

4. BHKW in Industrie und Gewerbe

Für Industriebetriebe ist ein Blockheizkraftwerk absolut eine Investition in die Zukunft. Ein hoher Strombedarf in der Fertigung und ein hoher Wärmebedarf in Verwaltungsgebäuden ergänzen sich perfekt. Besonders in Betrieben wo Schicht gearbeitet wird, ist eine ideale Auslastung des Blockheizkraftwerks garantiert. Viele Betriebe benötigen auch eine Kühlung - nicht nur von Räumen sondern auch für Maschinen und Produkte. In Verbindung mit einer Absorptionskältemaschine wird die Auslastung perfektioniert. Eine kurze Amortisationszeit ist zu erwarten. 

4.1. Sonstige Anwendungsgebiete für BHKW

Weitere beliebte Einsatzbereiche sind Schwimmbäder, Hotels, Krankenhäuser und Ämter oder auch die Verwendung als Notstromaggregat.

5. Die 6 Schritte das BHKW in das Gebäude zu integrieren

BHKW müssen auf sechs Arten in ein Gebäude integriert werden: zunächst räumlich, hydraulisch, elektrisch und steuerungstechnisch; darüber hinaus muss die Brennstoffversorgung gewährleistet sein und Abgase abgeführt werden. Dabei achtet der Installationsfachbetrieb auf die Kompatibilität der einzelnen Bestandteile und die richtige Auslegung. Nur dann kann eine korrekte Einstellung erfolgen.

5.1. 1. Räumliche Einbindung

BHKW Einbindung © ECPowerJede weitere Integration erübrigt sich, wenn im Gebäude kein Platz für das Modul und den Pufferspeicher vorhanden ist. Am ehesten empfiehlt sich ein Kellerraum. Darüber hinaus muss das BHKW-Modul auch durch sämtliche Türen passen. Selbstverständlich beachten die BHKW-Hersteller dies bei Ihrer Entwicklung und Dimensionierung. Sie können selbst überprüfen, ob genügend Platz für das Rangieren vorhanden ist: kann eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank problemlos bis zum Zielraum transportiert werden, wird es mit einem BHKW auch klappen.

5.2. 2. Hydraulische Einbindung

Die hydraulische Integration bezieht sich auf das bestehende Heizungssystem im Haus. Die im BHKW entstehende Prozesswärme wird nutzbar gemacht und für die Wärmeversorgung genutzt. In den allermeisten Fällen wird auch ein Pufferspeicher installiert, um nicht sofort verwendete Wärmeenergie später abrufen zu können. 

5.3. 3. Elektrische Einbindung

Da der im Blockheizkraftwerk produzierte Strom einerseits durch Eigenverbrauch im Gebäude direkt verwendet und überschüssiger Strom andererseits in das öffentliche Netz eingespeist wird, ist für die Elektrik eine doppelte Einbindung erforderlich. Zunächst wird daher das BHKW mit dem Verteilerkasten des Gebäudes verbunden. Wird zur Zeit der Stromproduktion kein oder zu wenig Strom benötigt, erfolgt die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz. Da dieser vergütet wird, benötigt man zusätzlich zum bestehenden Stromzähler einen weiteren mit Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler.

Eine Alternative wäre die Einbindung eines Stromspeichers und damit eine Null-Rückeinspeisung in das öffentliche Stromnetz. Aktuell nicht verbrauchter Strom wird gespeichert und kann bei Bedarf später abgerufen werden. Stromspeicher sind allerdings noch sehr teuer und lohnen sich oftmals nicht.

5.4. 4. Steuerungstechnische Einbindung

In der Regel bringen die Blockheizkraftwerke eine Steuereinheit schon mit. Allerdings muss diese mit der Gebäudetechnik kommunizieren können. Das BHKW soll schließlich nicht permanent laufen, sondern nur bei Bedarf gestartet werden. Je nach dem ob es strom- oder wärmegeführt betrieben wird, muss es "wissen", wann Strom oder Wärme im Gebäude benötigt wird.

5.5. 5. Brennstoff-Versorgung

Je nach Brennstoffart werden hier andere Anforderungen gestellt. Bei einem Erdgas-BHKW beispielweise wird das Blockheizkraftwerk an die Erdgas-Leitung angeschlossen. Bei Flüssiggas oder Heizöl wird eine Leitung zu dem entsprechenden Tank gelegt.

5.6. 6. Abgas-technische Einbindung

Die Abgase des BHKW müssen abgeführt werden. Ist ein nicht verwendeter Schornstein vorhanden, bietet sich dieser an. Ansonsten wird ein Rohr angebracht, welches das Haus durch die Kellerwand verlässt und dann an der Außenwand nach oben geführt wird. So treten die Abgase oberhalb des Daches aus. Ein direktes Ausleiten der Abgase durch die Kellerwand auf Höhe des Kellers ist erstens gesetzlich nicht erlaubt und zweitens nicht wünschenswert.

 

 

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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