Ein Blockheizkraftwerk erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme direkt in Ihrem Keller — und macht Sie damit ein Stück weit unabhängig von steigenden Energiepreisen. Doch bevor die Anlage läuft, müssen Installation, Platzbedarf, Wartung und Betriebskosten sorgfältig geplant werden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, was Sie bei Aufstellung, Betrieb und Instandhaltung Ihres BHKW beachten müssen — egal ob im Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Gewerbebetrieb.
Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
Ein BHKW benötigt je nach Größe 4–15 m² Stellfläche inklusive Pufferspeicher. Die Installation umfasst sechs Schritte: räumliche, hydraulische, elektrische und steuerungstechnische Einbindung sowie Brennstoffversorgung und Abgasführung. Die jährlichen Wartungskosten liegen bei 500–1.500 Euro, die Gesamtbetriebskosten (Gas, Wartung, Versicherung, Schornsteinfeger) bei 3.000–8.000 Euro pro Jahr. Ein Vollwartungsvertrag mit dem Hersteller sichert Sie gegen unerwartete Reparaturen ab.
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BHKW-Installation: Voraussetzungen und Ablauf
Bevor ein BHKW in Betrieb gehen kann, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Die Installation ist kein DIY-Projekt — Sie benötigen einen zertifizierten Fachbetrieb, der die gesamte Integration übernimmt. Von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme vergehen in der Regel vier bis acht Wochen. Wir erklären Ihnen die sechs wesentlichen Installationsschritte.
Schritt 1: Räumliche Einbindung
Jede weitere Integration erübrigt sich, wenn im Gebäude kein Platz für das Modul und den Pufferspeicher vorhanden ist. Am ehesten empfiehlt sich ein Kellerraum, es kommen jedoch auch Hauswirtschaftsräume im Erdgeschoss in Betracht. Darüber hinaus muss das BHKW-Modul durch sämtliche Türen passen. Faustregel: Wenn eine Waschmaschine problemlos bis zum Zielraum transportiert werden kann, passt in der Regel auch ein Nano- oder Mikro-BHKW.
Schritt 2: Hydraulische Einbindung
Die hydraulische Integration bezieht sich auf das bestehende Heizungssystem. Die im BHKW entstehende Prozesswärme wird nutzbar gemacht und für die Wärmeversorgung des Hauses genutzt. Das Gerät wird an die Heizkörperverteilung angeschlossen. In den allermeisten Fällen wird zusätzlich ein Pufferspeicher installiert, um nicht sofort genutzte Wärmeenergie später abrufen zu können.
Schritt 3: Elektrische Einbindung
Für die Elektrik ist eine doppelte Einbindung erforderlich:
Der im BHKW produzierte Strom wird durch Eigenverbrauch im Gebäude direkt verwendet.
Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und nach dem KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) vergütet.
Zusätzlich zum bestehenden Stromzähler benötigen Sie einen weiteren Zähler mit Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler. Die Eigenverbrauchsquote ist der entscheidende Wirtschaftlichkeitsfaktor — jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen den teuren Strombezug vom Versorger.
Schritt 4: Steuerungstechnische Einbindung
Moderne BHKW bringen eine intelligente Steuereinheit bereits mit. Diese muss mit der Gebäudetechnik kommunizieren können, damit die Anlage bedarfsgerecht startet und stoppt. Je nachdem, ob das BHKW wärme- oder stromgeführt betrieben wird, orientiert sich die Steuerung am jeweiligen Bedarf.
Viele aktuelle BHKW-Modelle bieten eine Smart-Home-Anbindung: Per App können Sie den Betriebszustand überwachen, Fehlermeldungen empfangen und die Einstellungen anpassen. Die Steuerung kann auch mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt werden, sodass das BHKW bevorzugt dann läuft, wenn die Solaranlage wenig Strom liefert.
Schritt 5: Brennstoffversorgung
Je nach Brennstoffart fallen unterschiedliche Maßnahmen an:
Erdgas-BHKW: Anschluss an die vorhandene Erdgasleitung. Der Gasanschluss muss ausreichend dimensioniert sein.
Flüssiggas oder Heizöl: Eine Leitung zum entsprechenden Tank muss verlegt werden. Der Tank benötigt zusätzlichen Platz und eigene Genehmigungen.
Biogas oder Holzpellets: Spezielle Zuführsysteme und Lagerkapazitäten sind erforderlich.
Schritt 6: Abgasführung
Die Abgase des BHKW müssen sicher abgeführt werden. Wenn ein nicht verwendeter Schornstein vorhanden ist, bietet sich dieser an. Ansonsten wird ein Edelstahlrohr angebracht, das an der Außenwand nach oben geführt wird. Ein direktes Ausleiten der Abgase auf Kellerhöhe ist gesetzlich nicht erlaubt. Weitere Informationen zur Abgasführung finden Sie bei der ASUE (Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch).
Genehmigungen und Anmeldepflichten
Vor der Inbetriebnahme müssen Sie mehrere Meldepflichten erfüllen:
Anmeldung beim Netzbetreiber: Jedes BHKW, das Strom ins öffentliche Netz einspeist, muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden.
Registrierung im Marktstammdatenregister: Seit 2019 müssen alle Stromerzeugungsanlagen bei der Bundesnetzagentur registriert werden.
Abnahme durch den Schornsteinfeger: Die Abgasführung muss vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden.
Baugenehmigung: In der Regel nicht erforderlich, solange die Feuerungsverordnung (FeuVO) Ihres Bundeslandes eingehalten wird.
Wichtig: Brandschutzvorschriften beachten
BHKW mit einer Nennwärmeleistung von mehr als 50 kW dürfen nur in Räumen aufgestellt werden, die nicht anderweitig genutzt werden, deren Türen dicht- und selbstschließend sind und die gelüftet werden können. Informieren Sie sich vor der Planung über die geltende Feuerungsverordnung (FeuVO) Ihres Bundeslandes.
Platzbedarf und Aufstellungsort
Der benötigte Platz hängt stark von der Größe und Leistungsklasse Ihres BHKW ab. Grundsätzlich gilt: Je größer die Anlage, desto mehr Raum benötigen Sie — nicht nur für das BHKW selbst, sondern auch für Pufferspeicher, Wartungszugang und Lüftung.
BHKW-Typ |
el. Leistung |
Platzbedarf BHKW |
mit Pufferspeicher |
Raumhöhe min. |
|---|---|---|---|---|
bis 2,5 kW |
2–3 m² |
4–6 m² |
2,00 m |
|
2,5–15 kW |
3–5 m² |
5–10 m² |
2,10 m |
|
15–50 kW |
5–8 m² |
10–15 m² |
2,20 m |
|
Gross-BHKW |
ab 50 kW |
ab 10 m² |
ab 15 m² |
2,50 m |
Kellerraum als idealer Aufstellort
Der Keller ist der klassische Aufstellort für BHKW. Er bietet in der Regel ausreichend Platz, ist schalltechnisch von den Wohnräumen getrennt und verfügt über die nötige Tragfähigkeit. Bedenken Sie: Allein das BHKW-Modul wiegt je nach Modell zwischen 200 und 800 kg. Der Fußboden muss diese Last tragen können.
Mindestabstände und Wartungszugang
Planen Sie von allen Seiten mindestens 30 bis 40 Zentimeter Abstand zur Wand ein. Der Wartungstechniker muss das Gerät von allen Seiten erreichen können. Ein bündiges Aufstellen an der Wand ist zwar möglich, erfordert dann aber das Herausziehen des schweren Moduls bei jeder Wartung — das kostet Zeit und Geld.
Berücksichtigen Sie auch den Zugang zum Aufstellraum: Türbreiten, Treppenhäuser und enge Flure können den Transport des BHKW-Moduls erschweren. Messen Sie vorab die engste Stelle auf dem Transportweg — die Modulmaße finden Sie in den technischen Datenblättern des Herstellers. Bei schwierigen Zugangssituationen kann ein Kran oder ein Einbringen durch eine Kelleröffnung notwendig werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
Lüftung und Schallschutz
Der Aufstellraum muss ausreichend belüftet werden können. Bei Erdgas-BHKW ist eine Zuluftöffnung zwingend vorgeschrieben. Moderne BHKW werden in schallgedämmten Gehäusen ausgeliefert und erreichen Schallpegel zwischen 46 und 58 dB — vergleichbar mit leiser Unterhaltungssprache. In den Wohnräumen ist das BHKW in der Regel nicht wahrnehmbar.
Lautstärke in dB |
Vergleichbare Geräusche |
|---|---|
30 dB |
Ticken einer leisen Uhr, Flüstern |
40 dB |
Ruhige Wohnstraße, nahes Flüstern |
46–58 dB |
Typischer BHKW-Betrieb |
60 dB |
Normale Unterhaltung in 1 m Abstand |
70 dB |
Laute Unterhaltung, PKW in 10 m Abstand |
BHKW im Einfamilienhaus
Ein Blockheizkraftwerk im Einfamilienhaus — lohnt sich das überhaupt? Die ehrliche Antwort: Nur unter bestimmten Voraussetzungen. Damit sich ein Nano-BHKW oder Mikro-BHKW im Einfamilienhaus rechnet, müssen einige Bedingungen erfüllt sein.
Mindest-Wärmebedarf und Laufzeit
Die wichtigste Voraussetzung: Das BHKW sollte mindestens 5.000 Betriebsstunden pro Jahr erreichen (ein Jahr hat 8.760 Stunden). Das setzt einen ausreichend hohen und möglichst gleichmäßigen Wärmebedarf voraus. Ein jährlicher Wärmebedarf von mindestens 20.000 kWh ist ein guter Richtwert für Einfamilienhäuser.
Die Amortisationszeit für ein BHKW im Einfamilienhaus beträgt bei guter Dimensionierung etwa 10 bis 15 Jahre. In energetisch unsanierten Altbauten mit hohem Wärmebedarf kann sie auch kürzer ausfallen.
Geeignete Modelle für Einfamilienhäuser
Für Einfamilienhäuser kommen vor allem Nano-BHKW (bis 2,5 kW elektrisch) und kleine Mikro-BHKW in Frage. Diese kompakten Geräte benötigen wenig Platz und sind speziell für den privaten Einsatz konzipiert. Hersteller wie Vaillant, Viessmann und SenerTec bieten entsprechende Modelle an.
Wärme- oder stromgeführter Betrieb im Einfamilienhaus
Für Einfamilienhäuser empfiehlt sich in der Regel der wärmegeführte Betrieb. Dabei orientiert sich das BHKW am Wärmebedarf des Gebäudes und startet, wenn Heizwärme oder Warmwasser benötigt wird. Der gleichzeitig erzeugte Strom wird primär selbst verbraucht, überschüssige Mengen werden ins öffentliche Netz eingespeist.
Der stromgeführte Betrieb ist im Einfamilienhaus weniger sinnvoll, da das häufige Ein- und Ausschalten den Motor stärker belastet und die Lebensdauer verkürzt. Vergleichen Sie es mit dem Autofahren: Im Stop-and-go-Verkehr verbrauchen Sie deutlich mehr Kraftstoff als bei gleichmäßiger Fahrt auf der Autobahn. Dasselbe Prinzip gilt für den Motor Ihres BHKW.
Ein Pufferspeicher ist dabei unverzichtbar: Er speichert überschüssige Wärme und ermöglicht es dem BHKW, in den Sommermonaten nur wenige Stunden am Tag zu laufen — anstatt ständig ein- und auszuschalten.
Tipp: Überschüssigen Strom an Nachbarn verkaufen
Wenn Sie die Richtwerte für wirtschaftlichen Betrieb alleine nicht erreichen, können Sie überschüssigen Strom an umliegende Nachbarn verkaufen. Das steigert Ihren Ertrag und der Nachbar erhält günstigeren Strom. Alternativ bieten sich Brennstoffzellenheizungen an, die ebenfalls hocheffizient Strom und Wärme aus Gas produzieren.
BHKW im Mehrfamilienhaus
Für Mehrfamilienhäuser ist der BHKW-Betrieb fast durchweg rentabel — und oft wirtschaftlicher als andere Modelle der Energie- und Wärmeversorgung. Der höhere Gesamt-Wärmebedarf mehrerer Wohneinheiten sorgt für die nötige Auslastung und damit für eine kürzere Amortisationszeit von etwa 5 bis 10 Jahren.
Mieterstrom: Strom für die Mieter
Seit dem Mieterstromgesetz 2017 können Vermieter den im BHKW erzeugten Strom direkt an ihre Mieter verkaufen. Der Vorteil: Mieter erhalten günstigeren Strom als vom Grundversorger, und der Vermieter erzielt höhere Einnahmen als durch die reine Netzeinspeisung. Die Mieterstromvergünstigung beträgt aktuell 2,78 ct/kWh (Stand 2025) und wird quartalsweise angepasst.
Wärmecontracting als Alternative
Beim Contracting-Modell kauft und betreibt ein Energiedienstleister das BHKW in Ihrem Gebäude. Als Eigentümer oder Hausverwaltung haben Sie keinen Investitions- und Wartungsaufwand. Sie zahlen lediglich einen vereinbarten Wärme- und Strompreis. Dieses Modell eignet sich besonders für Eigentümer, die das Investitionsrisiko scheuen.
Beim Contracting sollten Sie auf die Vertragslaufzeit achten (typisch: 10 bis 15 Jahre). Prüfen Sie vorab, ob der vereinbarte Wärmepreis an einen Index gekoppelt ist und welche Kündigungsmöglichkeiten bestehen. Die Verbraucherzentrale bietet unabhängige Beratung zu Contracting-Verträgen an.
Dimensionierung: Ein großes oder mehrere kleine BHKW?
Bei der Planung für Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks stellt sich die Frage der richtigen Größe:
Ein großes BHKW: Geringere Anschaffungskosten pro kW, reduzierter Wartungsaufwand. Nachteil: Bei Störungen fällt die gesamte Anlage aus.
Mehrere kleine BHKW: Bedarfsgerechterer und wirtschaftlicherer Betrieb durch Kaskadenschaltung. Bei Ausfall eines Moduls laufen die anderen weiter.
BHKW in Gewerbe und Industrie
Für Gewerbebetriebe und Industrieunternehmen ist ein Blockheizkraftwerk eine der rentabelsten Investitionen in die Energieversorgung. Der Grund: Gewerbe und Industrie bieten die idealen Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen BHKW-Betrieb — hoher Strom- und Wärmebedarf über viele Stunden am Tag.
Hohe Laufzeiten durch Schichtbetrieb
Besonders in Betrieben mit Schichtarbeit ist eine optimale Auslastung des BHKW nahezu garantiert. Laufzeiten von 6.000 bis 8.000 Betriebsstunden pro Jahr sind realistisch. Die Amortisationszeit liegt in der Industrie oft bei nur 3 bis 5 Jahren.
Typische Einsatzgebiete
Produktionsbetriebe: Hoher Strombedarf für Maschinen plus Wärmebedarf für Verwaltungsgebäude
Hotels und Gaststätten: Gastronomie mit hohem Warmwasser- und Heizungsbedarf
Schwimmbäder: Ganzjähriger Wärmebedarf für Beckenheizung und Warmwasser
Krankenhäuser: Hoher Grundlastbedarf rund um die Uhr, ideal für BHKW
Bürogebäude und Ämter: Strom und Wärme während der Geschäftszeiten
Absorptionskältemaschine: Kühlung aus Wärme
Viele Betriebe benötigen neben Wärme auch Kühlung — für Räume, Maschinen oder Produkte. In Verbindung mit einer Absorptionskältemaschine kann die überschüssige Wärme des BHKW zur Kälteerzeugung genutzt werden. Das erhöht die Jahresauslastung und verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich. Mehr zur Energieeffizienz in Unternehmen erfahren Sie bei der dena.
Notstromversorgung als Zusatznutzen
Ein weiterer Vorteil für Gewerbebetriebe: Ein BHKW kann als Notstromaggregat dienen und bei Netzausfällen die kritische Infrastruktur weiter versorgen. Dafür muss die Anlage mit einer Netzumschaltung (Notstromfunktion) ausgestattet sein. Besonders für Betriebe mit empfindlichen Produktionsprozessen, Kühlketten oder IT-Infrastruktur ist diese Absicherung wertvoll.
Ein BHKW im Inselbetrieb kann das Gebäude vollständig autark mit Strom und Wärme versorgen. In Kombination mit einem Stromspeicher und einer Photovoltaikanlage erreichen Sie maximale Energieunabhängigkeit. Der Betreiber wird damit unabhängig vom Strompreis und von Netzausfällen — allerdings erfordert der Inselbetrieb zusätzliche Technik und eine sorgfältige Dimensionierung.
Wartung und Lebensdauer
Wie jede mechanische Anlage müssen auch Blockheizkraftwerke regelmäßig gewartet werden. Die gute Nachricht: Die Wartungsarbeiten sind vergleichbar mit einer PKW-Inspektion und bei einem Vollwartungsvertrag müssen Sie sich um nichts kümmern.
Wartungsintervalle nach Motortyp
Die Häufigkeit der Wartung hängt stark vom eingesetzten Motor ab:
Verbrennungsmotor (Otto/Diesel): Alle 2.500 bis 4.000 Betriebsstunden. Bei 5.000 Jahresbetriebsstunden bedeutet das etwa zwei Wartungen pro Jahr. Typische Arbeiten: Ölwechsel, Zündkerzen, Filterwechsel.
Stirlingmotor: Alle 5.000 bis 8.000 Betriebsstunden. Einige Hersteller versprechen bis zu 80.000 Stunden wartungsfreien Betrieb. Der Grund: Im Stirlingmotor findet keine innere Verbrennung statt, wodurch der Verschleiß deutlich geringer ist.
Brennstoffzelle: Nahezu wartungsfrei, da keine mechanisch bewegten Teile. Nur der Brennstofffilter und die Wasseraufbereitung müssen regelmäßig geprüft werden.
Wartungskosten: Was Sie einplanen sollten
Kostenposition |
Kosten pro Wartung |
Häufigkeit/Jahr |
Jahreskosten ca. |
|---|---|---|---|
Standardwartung (Verbrennungsmotor) |
350–500 € |
1–2x |
500–1.000 € |
Verschleißteile (Zündkerzen, Zylinderkopf) |
200–800 € |
alle 2–3 Jahre |
100–400 € |
Vollwartungsvertrag (pauschal) |
2–3 ct/kWh Strom |
laufend |
600–1.500 € |
Wartung Stirlingmotor |
200–350 € |
1x |
200–350 € |
Tipp: Vollwartungsvertrag abschließen
Ein Vollwartungsvertrag mit dem Hersteller oder Installateur ist das Rundum-Sorglos-Paket. Sie zahlen einen festen Betrag pro erzeugter Kilowattstunde Strom (typisch: 2–3 ct/kWh) und sind gegen alle regulären Wartungsarbeiten und viele Reparaturen abgesichert. Kalkulieren Sie diese Kosten von Anfang an in Ihre Wirtschaftlichkeitsberechnung ein.
Lebensdauer: So lange hält Ihr BHKW
Blockheizkraftwerke sind technisch ausgereift und erreichen eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Je nach Motortyp sind folgende Betriebsstunden realistisch:
Verbrennungsmotor: 40.000–60.000 Betriebsstunden
Stirlingmotor: 60.000–100.000 Betriebsstunden
Brennstoffzelle: 60.000–80.000 Betriebsstunden (Stack-Tausch nach ca. 40.000 h)
Am Ende der Lebensdauer müssen nur die Motorkomponenten ausgetauscht werden — die Anschlüsse, der Pufferspeicher und der Kessel können weiter genutzt werden. Ein BHKW-Motor kann unter Umständen die zehnfache Laufleistung eines PKW-Motors erreichen: 10.000 Betriebsstunden entsprechen etwa 300.000 bis 500.000 Kilometern.
Betriebskosten im Detail
Die laufenden Kosten eines BHKW setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist: Die Betriebskosten müssen durch die Einsparungen bei Strom- und Heizkosten übertroffen werden. Hier die wichtigsten Kostenpositionen im Ueberblick.
Brennstoffkosten (Gas)
Der größte Kostenblock sind die Brennstoffkosten. Ein typisches Mikro-BHKW mit 5 kW elektrischer Leistung und einem elektrischen Wirkungsgrad von ca. 25 % verbraucht bei 5.000 Betriebsstunden etwa 15.000–20.000 kWh Erdgas pro Jahr. Bei einem Gaspreis von 8–12 ct/kWh (Stand 2025/2026) ergeben sich jährliche Gaskosten von 1.200–2.400 Euro.
Wichtig: Durch den hohen Gesamtwirkungsgrad von 80–95 % nutzen Sie den eingesetzten Brennstoff deutlich effizienter als bei getrennter Strom- und Wärmeversorgung. Die Brennstoffkosten werden also durch die doppelte Nutzung relativiert. Aktuelle Gaspreise veröffentlicht der BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft).
Wartungskosten
Die reguläre Wartung schlägt mit 500–1.500 Euro pro Jahr zu Buche (siehe Tabelle oben). Bei einem Vollwartungsvertrag sind die Kosten planbar und betragsmäßig gedeckelt. Ohne Wartungsvertrag müssen Sie mit unregelmäßigen, teils höheren Kosten für Einzelrechnungen kalkulieren. Bei vielen Herstellern ist der Abschluss eines Wartungsvertrags sogar Voraussetzung für die Garantieleistung.
Achtung: Ohne Vollwartungsvertrag erlischt bei vielen Herstellern die Garantie auf wesentliche Komponenten des BHKW. Prüfen Sie die Garantiebedingungen vor dem Kauf sorgfältig.
Versicherung
Eine Betreiberhaftpflicht- und Maschinenbruchversicherung kostet für ein Mikro-BHKW etwa 150–300 Euro pro Jahr. Sie deckt Schäden durch Fehlfunktionen, Bedienungsfehler und höhere Gewalt ab. Viele BHKW-Hersteller bieten passende Versicherungspakete gleich mit an.
Prüfen Sie außerdem, ob Ihre bestehende Wohngebäudeversicherung die BHKW-Anlage abdeckt oder ob ein separater Vertrag nötig ist. Bei größeren Anlagen ab 50 kW empfiehlt sich zusätzlich eine Ertragsausfallversicherung, die bei längeren Stillstandzeiten den entgangenen Strom- und Wärmeertrag ersetzt.
Schornsteinfeger
Der Schornsteinfeger prüft die Abgasanlage Ihres BHKW regelmäßig. Die Kosten betragen 80–150 Euro pro Jahr, abhängig vom Bundesland und der Art der Feuerungsanlage. Die Prüfpflichten sind in der Kehr- und Überprüfungsordnung (KUeO) geregelt. Informationen erhalten Sie beim Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.
Gesamtbetriebskosten: Rechenbeispiel Mikro-BHKW
Jährliche Betriebskosten eines Mikro-BHKW (5 kWel, 5.000 h/Jahr)
Gaskosten: 1.500–2.000 € | Wartung: 500–1.000 € | Versicherung: 200 € | Schornsteinfeger: 120 €
Gesamtkosten: ca. 2.300–3.300 € pro Jahr
Dem gegenüber stehen Einsparungen beim Stromzukauf (1.500–3.000 €), Einspeisevergütung und KWK-Zuschläge (500–1.000 €) sowie Wärmekosten-Einsparungen (500–1.500 €).
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Installation eines BHKW?
Die reine Installation dauert in der Regel 2 bis 5 Arbeitstage. Einschließlich Planung, Lieferung und Inbetriebnahme müssen Sie mit einem Gesamtzeitraum von 4 bis 8 Wochen rechnen. Die längste Phase ist die Planung: Wärmebedarfsanalyse, Dimensionierung und Angebotsvergleich können allein mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Brauche ich eine Baugenehmigung für ein BHKW?
In den meisten Fällen benötigen Sie keine Baugenehmigung für ein BHKW im Kellerraum. Voraussetzung ist, dass die Feuerungsverordnung (FeuVO) Ihres Bundeslandes eingehalten wird und die Nennwärmeleistung unter 50 kW liegt. Eine Anmeldung beim Netzbetreiber und die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sind jedoch Pflicht. Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger muss die Abgasanlage vor Inbetriebnahme abnehmen. Ohne seine Freigabe darf das BHKW nicht in Betrieb genommen werden.
Kann ich mein BHKW auch mit Wasserstoff betreiben?
Einige Hersteller bieten bereits BHKW an, die mit Wasserstoff oder Wasserstoff-Erdgas-Gemischen betrieben werden können. Die Technologie befindet sich jedoch noch in einer frühen Marktphase. Für den aktuellen Stand empfiehlt sich Erdgas als Brennstoff — mit der Option auf eine spätere Umrüstung auf Wasserstoff (H2-ready). Weitere Informationen zum Thema Wasserstoff finden Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Was passiert mit dem BHKW bei einem Stromausfall?
Im normalen Netzparallelbetrieb schaltet sich das BHKW bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen ab — das ist gesetzlich vorgeschrieben, um Rückspeisungen ins abgeschaltete Netz zu verhindern (Schutz der Wartungstechniker). Im Inselbetrieb (Notstromfähigkeit) kann das BHKW jedoch autark weiter Strom und Wärme liefern. Dafür benötigen Sie eine spezielle Netzumschaltung und eine eigene Absicherung der kritischen Stromkreise. Diese Option ist vor allem für Gewerbebetriebe interessant, die auf eine unterbrechungsfreie Stromversorgung angewiesen sind. Der Inselbetrieb erfordert zusätzliche technische Komponenten (Umschalteinrichtung, ggf. Stromspeicher) und muss bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Fazit: Checkliste für die BHKW-Installation
Die Installation und der Betrieb eines BHKW erfordern sorgfältige Planung — werden aber mit dauerhafter Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und spürbaren Kosteneinsparungen belohnt. Nutzen Sie die folgende Checkliste, um Ihr BHKW-Projekt strukturiert anzugehen:
Wärmebedarf ermitteln: Mindestens 20.000 kWh/Jahr für Einfamilienhäuser, ab 50.000 kWh/Jahr für Mehrfamilienhäuser. Mehr zu den Grundlagen.
Platzbedarf prüfen: 4–15 m² je nach Leistungsklasse, inklusive Pufferspeicher und Wartungszugang.
Fachbetrieb beauftragen: Installation nur durch zertifizierten BHKW-Installateur. Mehrere Angebote einholen und vergleichen.
Förderung beantragen: BAFA-Förderung, KfW-Kredit und KWK-Zuschläge VOR der Beauftragung beantragen.
Genehmigungen einholen: Anmeldung beim Netzbetreiber, Marktstammdatenregister, Abnahme durch Schornsteinfeger.
Vollwartungsvertrag abschließen: Planbare Kosten und Schutz vor unerwarteten Reparaturen.
Betriebskosten kalkulieren: Gas, Wartung, Versicherung und Schornsteinfeger jährlich einplanen.
Eigenverbrauch maximieren: Je mehr selbst erzeugten Strom Sie selbst nutzen, desto schneller amortisiert sich die Anlage.
Mit einem richtig dimensionierten BHKW erzeugen Sie Ihren eigenen Strom und Ihre eigene Wärme — und machen sich unabhängig von Energiepreissteigerungen. Starten Sie jetzt mit der Planung.
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Quellen: ASUE · BDEW · BMWK · Schornsteinfegerverband · dena · Bundesnetzagentur
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