Wie viel kosten Blockheizkraftwerke (BHKW) in der Anschaffung und im Betrieb? Diese Frage ist ganz zentral, um eine Entscheidung für oder gegen ein BHKW treffen zu können. Wir geben Ihnen einen Überblick über die zu erwartenden Kosten und mögliche Förderungen. Außerdem widmen wir uns der Frage, wie wirtschaftlich Blockheizkraftwerke sind und wann sich die Kosten amortisieren.

1. Wie teuer ist ein Blockheizkraftwerk in der Anschaffung?

Die Preise für ein Nano-Blockheizkraftwerk (die kleinste Gruppe der verfügbaren BHKW) beginnen bereits bei unter 10.000 Euro Listenpreis. Allerdings ist hiermit meist nur die reine Anschaffung des Blocks gemeint. Nebenkosten sind in der Regel noch nicht mit inbegriffen, müssen aber eingerechnet werden. Schließlich muss die Anlage in das hydraulische Heizungssystem und in die Stromversorgung des Hauses integriert werden. Außerdem muss sie Abgase abführen. Daher sollten Sie realistischerweise mit mindestens 15.000 Euro Anschaffungspreis für ein Nano-BHKW rechnen.

Der Preis für ein Mikro-BHKW liegt bei etwa 20.000 bis 25.000 Euro, Nebenkosten eingerechnet.

Um die tatsächlichen Kosten zu ermitteln, müssen Sie einiges mit einbeziehen:

  • den eigentlichen Listenpreis,
  • die Lieferung,
  • die Installation,
  • mögliches Zubehör,
  • die Inbetriebnahme (Anmeldung, Genehmigung usw.),
  • eventuell ein Spitzenlastkessel/Pufferspeicher,
  • eventuell eine Versicherung.

Achten Sie deshalb beim Vergleich von Angeboten darauf, ob alle notwendigen Kosten schon mit eingerechnet wurden!

2. Wartung und Co: Welche Kosten entstehen im Betrieb des BHKW?

Nicht nur bei der Anschaffung, auch im Betrieb des Blockheizkraftwerkes entstehen Kosten, zum Beispiel für den Brennstoff und die Wartung.

2.1. Brennstoff für das Blockheizkraftwerk

Der größte Posten bei den Betriebskosten fällt auf den Brennstoff. Bedenken Sie allerdings: Auch eine konventionelle Heizungsanlage braucht Brennstoff. Das Blockheizkraftwerk verwendet den Brennstoff deutlich effizienter und holt deshalb wesentlich mehr Energie aus diesem heraus.

Es gibt Sonderlösungen in Kombination mit einer Solaranlage, sodass der eingesetzte Brennstoff quasi die Sonne ist. Dies ist jedoch in der Regel keine wirtschaftlich lohnende Alternative.

2.2. Wie hoch sind die Wartungskosten eines BHKW?

Neben dem Brennstoff müssen Sie auch Kosten für die Wartung und für den Austausch von Verschleißteilen einrechnen. Hoch technologische Geräte wie ein Blockheizkraftwerk müssen natürlich von Zeit zu Zeit gewartet werden. Bei vielen Systemen ist eine solche Wartung alle 2000 bis 4000 Betriebsstunden vorgesehen.

Für die Wartungskosten rechnet man etwa 2 bis 3 Cent pro kWh produziertem Strom ein. Wenn Sie diese Kosten von vorne herein so berechnen, sind Sie auf der sicheren Seite. Häufig ist es sogar deutlich weniger. Es gilt: Mit wachsender Leistung eines Blockheizkraftwerks sinken die Wartungskosten. Bei größeren BHKW mit bis zu 2000 kWel (Kilowatt elektrischer Leistung) rechnet man zum Beispiel nur noch mit 0,75 Cent pro kWh.

3. So prüfen und vergleichen Sie Angebote für BHKW

Eine Investition in ein Blockheizkraftwerk will gut geplant sein, schließlich handelt es sich um eine hohe Summe. Daher sollten Sie die Angebote verschiedener Anbieter vergleichen. Holen Sie sich für einen guten Überblick mindestens drei Angebote ein.

Wie bereits erwähnt darf der Listenpreis des Herstellers nicht mit dem Gesamtpreis verwechselt werden! Das Gerät muss schließlich professionell in die Gebäudetechnik eingebunden werden. Da jedes Haus anders ist, ist eine pauschale Aussage über die Installationskosten nicht möglich. Darum kann ein wirklich aussagekräftiges Angebot auch nur nach einem Vor-Ort-Termin erstellt werden.

Ein Angebot zu einem anschlussfertigen BHKW sollte folgende Punkte enthalten:

  • das Blockheizkraftwerk an sich: Generator, Motor, Wärmetauscher, Steuereinheit und Schallschutz
  • Zubehör: Sicherheitsapparaturen, Tankstutzen, Fernüberwachungsmöglichkeiten
  • Anschlüsse an die Gebäudetechnik: Schläuche und Kabel
  • Transport, Installation, Inbetriebnahme und Abnahme
  • ggf. ein Spitzenlastkessel (Pufferspeicher)
  • ggf. Planungs- und Finanzierungskosten
  • ggf. ein Wartungsvertrag

Wenn einzelne Punkte auf Ihrem Angebot nicht erscheinen, fragen Sie unbedingt genau nach! Nur so sind Sie vor bösen Überraschungen sicher.

Vergleichen Sie bei Ihren Angeboten den Preis pro Kilowatt elektrischer Leistung (kWel)!

Beispielrechnung:

Angebot 1: 4 kWel zu 18.000 Euro

Angebot 2: 2 kWel zu 11.000 Euro

Das erste Angebot hat zwar einen höheren Gesamtpreis, ist aber trotzdem wirtschaftlicher: Der Preis pro kWel liegt bei Angebot 1 bei 4500 Euro, bei Angebot 2 sind es 5.500 Euro. Allerdings sagt der kW-Preis nichts über die Qualität oder Lebensdauer der Anlage aus.

Der Vergleich bietet Ihnen also einen guten Überblick, ist aber noch nicht alles. Schauen Sie sich deshalb auch die anderen Daten genau an und informieren Sie sich außerdem über die Anbieter: Welchem können Sie am besten vertrauen?

4. Wirtschaftlichkeit und Rendite von Blockheizkraftwerken

Was gibt es zur Wirtschaftlichkeit von Blockheizkraftwerken zu sagen? Wir erklären Ihnen alle wichtigen Informationen zur Amortisationszeit, dem Contracting-Modell und zu Blockheizkraftwerken in der Wohnungswirtschaft.

4.1. Sind Blockheizkraftwerke wirtschaftlich?

Ein Blockheizkraftwerk kann meist dann wirtschaftlich betrieben werden, wenn es eine Betriebsdauer von 5000 Stunden pro Jahr erreicht. Ist das viel oder wenig? Lassen Sie uns einmal rechnen:

  • Das Jahr hat 365 Tage mit jeweils 24 Stunden. Das macht 8760 Stunden pro Jahr.
  • Wenn man davon ausgeht, dass das Blockheizkraftwerk in der kalten Jahreszeit von Oktober bis März rund um die Uhr arbeitet, ergibt das schon eine Laufzeit von 4368 Stunden.
  • In den folgenden sechs Monaten wird das Blockheizkraftwerk aber weiterhin benötigt. Einerseits soll es in der Übergangszeit wenigstens noch einige Stunden am Tag heizen, um das Haus schön warm zu halten. Und andererseits wird es selbst im Hochsommer gebraucht, um Warmwasser zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel zum Duschen. Realistisch ist daher auch in den warmen Monaten eine durchschnittliche Laufzeit von etwa sechs Stunden pro Tag. Das ergibt wiederum fast 1100 Stunden.
  • Zusammengerechnet sind das also annähernd 5500 Stunden. Die Betriebsdauer von 5000 Stunden pro Jahr ist also gar nicht so schwer zu erreichen.

Aber: Auch bei einer Betriebsdauer von unter 5000 Stunden kann ein Blockheizkraftwerk wirtschaftlich sein. Besonders bei modernen Anlagen ist die Wirtschaftlichkeit oft auch schon bei deutlich niedrigerer Betriebsdauer gegeben.

Die zu erwartenden Betriebsdauer sollte bei der Auswahl des BHKW und dessen Größe berücksichtigt werden. Es gilt nämlich:

Je größer der Auslastungsgrad des Geräts, desto wirtschaftlicher arbeitet es. Weitere Tipps zur idealen Größe Ihres Blockheizkraftwerks finden Sie hier.

4.2. Wann amortisiert sich ein Blockheizkraftwerk?

Von Amortisierung spricht man immer dann, wenn ein Gerät mehr Geld eingespart hat, als man dafür ausgeben musste. Die durchschnittliche Amortisationszeit von Blockheizkraftwerken liegt ungefähr bei zehn Jahren. Der hohe Anschaffungspreis wird dabei durch die Einsparung im Wärme- und Heizbereich des Gebäudes kompensiert. Darüber hinaus spart sich der Betreiber den Stromzukauf beim Eigenverbrauch, genießt diverse Steuervorteile und erhält eine Einspeisevergügung. Eine günstige Anschaffung des Gerätes und des Brennstoffes beeinflusst die BHKW-Wirtschaftlichkeit positiv.

4.3. Ein Blockheizkraftwerk wirtschaftlich in der Wohnungswirtschaft betreiben

In Mehrfamilienhäusern können Blockheizkraftwerke oftmals wirtschaftlich betrieben werden. Ein weiterer Vorteil: Durch den Umweltschutz tragen sie zugleich zum guten Ruf des Wohnungsunternehmens bei. Daher lassen sich sowohl Mieter als auch Eigentümer von Eigentumswohnungen gerne von den Vorteilen eines BHKW überzeugen. In der Folge werden Vermieter und Wohnungsunternehmen zu Wärme- und Stromlieferanten. Der Betrieb des BHKW und der Verkauf von Strom und Wärme werden dabei vertraglich vereinbart.

Hierfür gibt es verschiedene Modelle. Wir stellen Ihnen einige Vorschläge für die praktische und rentable Umsetzung eines BHKW in der Wohnungswirtschaft vor.

4.3.1. Modell 1: Kauf und Betrieb durch den Vermieter

Der Vermieter, die Wohnungsgenossenschaft oder die Eigentümergesellschaft kauft bei diesem Modell das Blockheizkraftwerk und betreibt es. Mit allen Mietern, die das wünschen, wird ein Wärme- und/oder Stromliefervertrag geschlossen. Der Betreiber verkauft also seine selbst produzierte Energie und die Bewohner freuen sich über günstigere Bezugspreise. Dieses Modell ist in vielen Fällen für beide Seiten rentabel.

4.3.2. Modell 2: Contracting – Alternative bei wenig Eigenkapital

Beim Contracting handelt es sich um eine „netzgeführte Betriebsart“. Das bedeutet Folgendes: Der Privatkunde stelle einen Kellerraum zur Verfügung. Hier installiert der Betreiber (meist ein Energieversorgungsunternehmen oder eine Betreibergesellschaft) ein Blockheizkraftwerk, das auch in seinem Besitz bleibt. Der Betreiber kümmert sich um die Installation, die Steuerung, die Wartung und die Verwaltung des BHKW.

Der Privatkunde erhält im Gegenzug die erzeugte Energie vergünstigt. In vielen Fällen ist Contracting eine wirtschaftliche Lösung, ein Blockheizkraftwerk zu betreiben.

4.3.2.1 Kauf und Contracting im Vergleich:

 

Kauf eines BHKWBHKW Contracting
Eigenkapital nötigjanein
Verwaltungsaufwandhöhergeringer
Renditebesserschlechter
Unabhängigkeithöherniedriger

Achtung beim Contracting: Alle Mieter und Eigentümer müssen einer Umstellung der Energieversorgung im Haus zustimmen, selbst wenn sie die BHKW-Wärme nicht beziehen möchten! Können Sie alle Bewohner dazu bewegen, eine entsprechende Vereinbarung zu unterschreiben? Falls das nicht gelingt, bleibt nur die Mieter- oder Nutzer-GbR (siehe Modell 3), denn hier machen nur die Bewohner mit, die möchten.

4.3.3. Modell 3: Gründung einer Nutzer- oder Mieter-GbR

Bei diesem Modell wird ein Blockheizkraftwerk angeschafft und an die Mieter verpachtet. Diese schließen sich zu einer Mieter-GbR zusammen und betreiben das BHKW selbst. Der Besitzer des Blockheizkraftwerks erhält nur die Pachtgebühr, ansonsten kümmert sich die GbR um den gesamten Betrieb. Sie nutzen die erzeugte Energie selbst und erstellen auch die zugehörigen Abrechnungen.

Die Rechte und Pflichten der einzelnen GbR-Mitglieder werden vertraglich vereinbart. Alle Mieter, die ausscheiden oder der GbR gar nicht erst beitreten wollen, erhalten vom Vermieter eine Abrechnung über die Verbrauchskosten.

Dieses Modell wird teilweise auch in Häusern mit Eigentumswohnungen umgesetzt. In diesem Fall kaufen die Eigentümer das Blockheizkraftwerk und es wird eine Nutzer-GbR gegründet. Dadurch sind die Eigentümer und die Mitglieder der GbR dieselben Personen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit dieses Modells: Räumlich nahe Gebäude werden durch ein BHKW gemeinsam mit Energie versorgt. In diesem Fall schließen sich alle Eigentümer und Nutzer zu einer Nutzer-GbR zusammen.

Achtung bei der GbR: Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Netzversorger, ob die vorhandenen Zähler abgemeldet werden müssen! In jedem Fall müssen zusätzliche Zähler für die hausinterne Abrechnung installiert werden. Planen Sie die entsprechenden Kosten bei Ihrer Rechnung mit ein! Darüber hinaus dürfen die Beteiligten nicht vergessen, ihre bisherigen Stromlieferverträge zu kündigen. Empfehlenswert ist allerdings der Abschluss eines Reservestromvertrags für etwaige Produktionsengpässe des BHKW.

4.4. Wie berechnet man die Wirtschaftlichkeit und Kosten für ein BHKW?

Wie hoch die Wirtschaftlichkeit ist, hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell betrachtet werden. Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie das ablaufen kann, finden Sie hier eine grobe Beispiel-Wirtschaftlichkeitsberechnung mit den Kosten für ein Nano-Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus.

4.4.1. Grundannahmen für die Beispielrechnung

Wir nehmen exemplarisch eine vierköpfige Familie, die ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche besitzt.

Das Haus wird neu gebaut, sodass erstmalig ein Heizsystem installiert werden muss. Das Gebäude wurde bereits an das Gasleitungsnetz angeschlossen. Die Bauherren wollen sich zwischen einer herkömmlichen Gas-Brennwertheizung und einem Nano-Blockheizkraftwerk entscheiden. Ein Wirtschaftlichkeits- und Kostenvergleich zwischen BHKW und Gasheizung soll bei der Entscheidung helfen. Diese Fakten sind dabei wichtig:

  • Der prognostizierte Heizbedarf (Heizung und Warmwasser) liegt bei rund 140 kWh pro Jahr und Quadratmeter.
  • Der durchschnittliche Gaspreis wird mit 6,5 Cent pro kWh veranschlagt.
  • Daraus ergibt sich ein jährlicher Heizbedarf von 21.000 kWh und ein jährlicher Strombedarf von 4000 kWh.

Die Berechnung wird durch folgende Umstände stark vereinfacht: Für beide Systeme gehen wir von einem Wirkungsgrad von 100 % aus. Außerdem unterstellen wir, dass die Gasheizung und das BHKW die exakte Bedarfsmenge an Wärme (und beim BHKW auch an Strom) erzeugen.

Für die Bezahlung wird keine Finanzierung in Anspruch genommen. Wir rechnen mit folgenden Kosten und Eckdaten:

 GasheizungNano-Blockheizkraftwerk
Anschaffungskosten inklusive Installation und USt.8.000 Euro15.000 Euro
voraussichtliche Lebensdauer15 Jahre15 Jahre
Eigenverbrauchsanteil des Stroms-25 %
Strompreis beim Bezug über den Energieversorger30 Cent pro kWh30 Cent pro kWh

Auf dieser Basis können wir mit dem Vergleich beginnen:

4.4.2. Kosten des Blockheizkraftwerks im Vergleich zur Gasheizung

Im Blockheizkraftwerk werden Strom und Wärme gekoppelt produziert. Daher muss unsere Beispiel-Familie beim Betrieb eines BHKW nur 75 % ihres Stroms zukaufen, denn 25 % kann sie direkt selbst verbrauchen. Bei einer Gasheizung muss der komplette Strom zusätzlich vom Energieversorger eingekauft werden.

Daraus ergeben sich folgende Kosten:

 

Gasheizung

Nano-BHKW

Brennstoffkosten pro Jahr zur Wärmeerzeugung1560 Euro1560 Euro
Brennstoffkosten pro Jahr zur Stromerzeugung-260 Euro
Wartungskosten pro Jahr100 Euro350 Euro
Stromrechnung des Energieversorgers (inkl. USt.)1200 Euro900 Euro
Jährliche Kosten gesamt2860 Euro3070 Euro

Es fällt nach dieser Rechnung sofort auf, dass die jährlichen Kosten für das Blockheizkraftwerk höher sind als die für die Gasheizung. Allerdings rechnet sich das BHKW ja auch durch Einnahmen und Einsparungen. Diese müssen wieder von den Kosten abgerechnet werden (siehe Punkt 4.4.3).

Übrigens: Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass man auf selbst verbrauchten Strom eine EEG-Umlage bezahlen muss, und wundern sich jetzt, dass diese Kosten nicht auftauchen. Der Hintergrund dazu: Diese Zahlungspflicht gilt nicht für kleinere Blockheizkraftwerke, weil diese unter die Bagatellgrenze fallen.

4.4.3. Einnahmen und Ersparnisse beim BHKW

Mit Ihrem Blockheizkraftwerk können Sie nachfolgend aufgeführte Einnahmen erwirtschaften. Diese entstehen unter anderem dadurch, dass unsere Beispielfamilie 3.000 kWh Strom in das öffentliche Netz einspeist und diese auch vergütet werden. Das entspricht 75 % der Produktion des BHKW. Außerdem kann die im Kaufpreis des BHKW enthaltene Steuern & Gesetzt" >Steuer auf die Laufzeit aufgeteilt werden.

Das sind die wichtigsten Einnahmen durch das BHKW:

Einspeisevergügung (10,979 Cent/kWh)*3.000 kWh329,37 Euro
KWK-Zuschlag für selbst verbrauchten Strom (ca. 4 Cent pro kWh)1.000 kWh40 Euro
Vorsteuer-Rückerstattung pro Jahr (bei 15 Jahren Laufzeit) 159,66 Euro
Summe der jährlichen Einnahmen 529,03 Euro

* Die Einspeisevergügung errechnet sich aus der Summe des Baseload-Preises der Leipziger Strombörse (2. Quartal 2016: 2,479 Cent / kWh), dem KWK-Zuschlag (8 Cent / kWh) und der Vergütung der vermiedenen Netzkosten (ca. 0,5 Cent / kWh).

Darüber hinaus können Sie auch bestimmte Kosten vermeiden, was Einsparungen bedeutet. Diese entstehen unter anderem dadurch, dass in unserem Beispiel 1.000 kWh Strom (also 25 % der Produktion des BHKW) als Eigenverbrauch genutzt werden. Dadurch entstehen folgende Ersparnisse:

Stromsteuer (2,05 Cent pro selbst verbrauchter kWh)1.000 kWh20,50 Euro
Energie-Rückerstattung für den gesamten Brennstoff-Einsatz (0,55 Cent pro kWh)21.000 kWh115,50 Euro
vermiedene Stromkosten (30 Cent pro kWh)1.000 kWh300 Euro
Summe der jährlichen Ersparnisse 474,50 Euro

4.4.4. Fazit des Vergleichs zwischen BHKW und Gasheizung

 GasheizungBHKW
jährliche Kosten2.860 Euro3.070 Euro
Einnahmen 529,03 Euro
Ersparnisse 474,50 Euro
Summe2860 Euro2066,47 Euro

Wenn man alle Kosten mit den Einnahmen und den Ersparnissen verrechnet, ergibt sich ein Vorteil von 793,53 Euro pro Jahr für das Blockheizkraftwerk. Allerdings hat die Anschaffung des BHKW auch 7000 Euro mehr gekostet. Doch diesen Mehrpreis hat man nach etwas mehr als neun Jahren wieder reingeholt. Unser Beispiel-Blockheizkraftwerk hat sich also nach neun Jahren amortisiert.

Wie bereits oben erwähnt, ist unsere Berechnung stark vereinfacht. Weitere beeinflussende Faktoren wären zum Beispiel:

  • die zu erwartende Strompreisentwicklung
  • ein veränderter Eigenverbrauchsanteil des selbst produzierten Stroms
  • eine Inanspruchnahme von KfW- und BAFA-Förderung
  • eine Finanzierung des Blockheizkraftwerkes

Lassen Sie deshalb genau durchrechnen, welche Möglichkeit in Ihrem Fall rentabler wäre!

5. Wie teuer ist eine Brennstoffzellenheizung?

Blockheizkraftwerke mit Brennstoffzellen sind Spezialfälle, die in der Anschaffung wirklich teuer sind. Üblich sind Preise zwischen 26.000 und 55.000 Euro inklusive Montage. Im Preis ist immer eine zusätzliche Gasheizung für Spitzenlasten enthalten. Die hohen Preise haben zwei Gründe:

  1. Brennstoffzellenheizungen sind sehr groß und komplex und damit auch teuer in der Produktion.
  2. Bisher werden nur geringe Stückzahlen dieser Anlagen produziert. Je mehr sich die Technik durchsetzt, umso günstiger wird sie auch. In den nächsten Jahren werden deshalb die Preise vermutlich etwas sinken.

Mehr Informationen zu Blockheizkraftwerken mit Brennstoffzelle gibt es hier: (Link)

6. Förderungen beim Kauf eines BHKW

Bund und Länder fördern die Installation und den Betrieb eines Blockheizkraftwerkes auf verschiedene Weise. Indem Sie Förderungen in Anspruch nehmen, können Sie die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern. Es gibt einerseits Förderungen für die Anschaffung, die Ihnen helfen sollen, die finanziellen Mittel für den Kauf der Anlage aufzubringen. Und andererseits gibt es Förderungen für den Betrieb der Anlage, zum Beispiel in Form von Einspeisevergütungen.

6.1. Förderungen für die Anschaffung von Blockheizkraftwerken

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Förderungen für die BHKW-Anschaffung zu nutzen:

  1. KfW-Darlehen und -Zuschüsse für die Anschaffung eines BHKW

  2. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) ist eine öffentliche Bank, die energetisch sinnvolle Bauvorhaben durch Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen fördert. Die KfW hält verschiedene Förderungen bereit, die nur bedingt kombinierbar sind. Lassen Sie sich deshalb bei der KfW beraten, welche Förderungen in Ihrem Fall infrage kommen und sich am meisten für Sie lohnen! Beachten Sie dabei auch, dass Sie durch den Verkauf oder die Einspeisung von Strom leicht zum Unternehmer werden und dann andere Regeln für Sie gelten könnten!

Diese Möglichkeiten kommen unter Umständen infrage:

  1. Zinsgünstige Förderdarlehen für Nano- und Mikro-Blockheizkraftwerke: Das KfW-Darlehen „Erneuerbare Energien – Standard“ fördert Mikro- und Nano-BHKW, solange diese mit Biomasse betrieben werden.
  2. Zinsgünstige Förderdarlehen für Mini- und Groß-BHKW: Das KfW-Darlehen „Erneuerbare Energien – Premium“ fördert streng wärmegeführte, mit Biomasse betriebene BHKW mit bis zu 2 Megawatt Nennwärmeleistung. Außerdem kommt die KfW-Förderung „Energieeffizienzprogramm“ infrage. Hier wird eine effiziente Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung gefördert.
  3. Investitionskredite für große Unternehmen: Die KfW-Finanzierungsinitiative Energiewende fördert Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
  4. Kombinierbare Darlehen und Zuschüsse sind unter Umständen diese: „Energieeffizient Sanieren – KfW-Effizienzhaus“ (zinsgünstige Darlehen für energetische Modernisierungen an Wohngebäuden), „Energieeffizient Sanieren – Einzelmaßnahmen“ (zinsgünstige Darlehen für einzelne Maßnahmen zur Sanierung von Wohnräumen) und „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ (Zuschüsse zu energetischen Sanierungen).

Die Förderungsanträge müssen vor der Investition bei der Hausbank gestellt werden! Im Nachhinein ist ein Antrag nicht mehr möglich.

6.2. BAFA-Förderung für die Anschaffung eines BHKW

BAFA steht für „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“. Das BAFA zahlt Investitionszuschüsse für Mini-BHKW bis 20 Kilowatt elektrischer Leistung. Voraussetzung: Die Anlage muss den „Richtlinien zur Förderung von KWK-Anlagen bis 20 kWel“ entsprechen. Ist das der Fall, dann können Sie unter Umständen Förderungen zwischen 1.425 und 3.325 Euro erhalten, abhängig von der Größe des BHKW. Außerdem wird die Installation von Wärme- und Kältespeichern mit 250 Euro pro Quadratmeter bezuschusst.

Die BAFA-Förderung läuft allerdings bald aus: Anträge können nur noch bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden, danach sind keine neuen Anträge mehr möglich.

//www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Kraft_Waerme_Kopplung/Mini_KWK/mini_kwk_node.html

6.3. Förderungen für den Betrieb des Blockheizkraftwerkes

Nicht nur bei der Anschaffung, auch beim Betrieb des BHKW können Sie Förderungen nutzen. Sie sind für die Wirtschaftlichkeit des BHKW von großer Bedeutung.

Entscheidend für die Förderung sind die Einspeisevergütungen für erzeugten Strom nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG).

Seit August 2020 ist eine neue Version des KWKG in Kraft getreten, die einige Änderungen mit sich bringt.

Es gilt aber weiterhin: Nach dem KWKG wird der produzierte Strom von hocheffizienten Blockheizkraftwerken gefördert. Die Förderung gilt sowohl für den selbst verbrauchten Strom als auch für den Strom, den Sie ins Netz einspeisen. Selbst verbrauchter Strom bringt je nach Größe der Anlage eine Vergütung von 3 bis 4 Cent. Blockheizkraftwerk-Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, kann bis zu 8 Cent pro Kilowattstunde bringen.

Zusätzlich bekommen Sie als Betreiber eines Blockheizkraftwerks weitere Zuschläge für den eingespeisten Strom. Diese richtet sich nach dem durchschnittlichen Preis des Baseload-Stroms an der Leipziger Strombörse und wird viermal im Jahr neu festgelegt. Darüber hinaus bekommen Sie eine Vergütung für vermiedene Netzkosten.

Auf diese Weise können bis zu 10 Cent oder sogar mehr pro Kilowattstunde Strom zusammenkommen. Diese erhöhen die Wirtschaftlichkeit des BHKW deutlich.

Allerdings gibt es einige Einschränkungen:

  • Nicht alle Anlagen werden gefördert, sondern nur solche, die als hocheffizient gelten. Auch beim Brennstoff gibt es Einschränkungen. Informieren Sie sich deshalb rechtzeitig im Vorfeld, ob Ihr geplantes BHKW förderungsfähig ist.
  • Seit 2020 gilt die KWK-Förderung nur noch für 3.500 Nutzungsstunden im Kalenderjahr. Sie können Ihre Anlage natürlich mehr betreiben, können jedoch für die Laufzeit über 3.500 Stunden nicht mehr mit der KWK-Förderung rechnen. Der Hintergedanke dabei: Anlagen mit einer geringeren jährlichen Laufzeit und höherer Leistung hatten bisher finanzielle Nachteile gegenüber Anlagen mit geringer Leistung, die dafür ständig liefen. Dieser Schiefstand soll nun ausgeglichen werden. Dies kann jedoch für private Betreiber ein Nachteil sein.

Die Regelungen zum KWK sind komplex und für den Laien kaum durchschaubar. Gerade mit den neuen Änderungen und Anpassungen brauchen Sie auf jeden Fall Beratung, um die Wirtschaftlichkeit des BHKW in Ihrem individuellen Fall einschätzen zu können.

Alternativ zur KWKG-Förderung (nicht zusätzlich!) können Sie auch eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) bekommen. Diese liegt höher als die Vergütung über das KWKG. Allerdings ist sie nur möglich bei Blockheizkraftwerken, die mit Biomasse betrieben werden.

6.4. Zusätzliche BHKW-Förderung in einzelnen Bundesländern

Erkundigen Sie sich, ob Sie für Ihr Blockheizkraftwerk zusätzliche Förderungen Ihres Bundeslandes in Anspruch nehmen können. Fast alle Bundesländer bieten solche Förderungen, die ganz unterschiedlich aussehen. Aufgrund der Vielzahl der Förderungen und Richtlinien listen wir diese hier nicht im Detail auf. Erkundigen Sie sich aber unbedingt bei Ihrer Stadt oder Kommune, welche Möglichkeiten es in Ihrer Region gibt! Fragen Sie dabei genau nach, ob die Programme mit den BAFA und KfW-Förderungen kombinierbar sind!


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