Ein Blockheizkraftwerk erzeugt Strom und Wärme gleichzeitig in Ihrem Keller. Doch was kostet eine solche Anlage in der Anschaffung und im Betrieb? Wir zeigen Ihnen alle Kostenfaktoren, aktuelle Fördermöglichkeiten und eine realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Zahlen von 2026.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Nano-BHKW kostet 20.000–30.000 Euro, ein Mikro-BHKW 25.000–40.000 Euro (jeweils inklusive Installation).
Die Betriebskosten setzen sich aus Brennstoff (10–12 Cent/kWh Erdgas) und Wartung (2–3 Cent/kWh Strom) zusammen.
Der KWK-Zuschlag nach KWKG 2023 beträgt 8 Cent/kWh für Anlagen bis 50 kW über 30.000 Vollbenutzungsstunden.
Die typische Amortisationszeit liegt bei 8–12 Jahren.
Die alte BAFA Mini-KWK-Förderung ist seit Ende 2020 eingestellt. Seit 2024 gibt es die BEG-Förderung mit bis zu 35 % Investitionszuschuss.
Was kostet ein Blockheizkraftwerk in der Anschaffung?
Die Anschaffungskosten eines BHKW hängen stark von der Leistungsklasse ab. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Anlage, desto höher ist der Preis pro Kilowatt Leistung. Neben dem reinen Gerätepreis müssen Sie immer auch die Nebenkosten einrechnen. Dazu gehören Installation, Anschluss an die Gebäudetechnik und Inbetriebnahme.
Preise nach BHKW-Leistungsklasse (Stand 2026)
BHKW-Typ |
Elektrische Leistung |
Anschaffungskosten inkl. Installation |
Einsatzgebiet |
|---|---|---|---|
Nano-BHKW |
bis 2,5 kWel |
20.000–30.000 € |
Ein- und Zweifamilienhaus |
Mikro-BHKW |
2,5–15 kWel |
25.000–40.000 € |
Mehrfamilienhaus, kleines Gewerbe |
15–50 kWel |
40.000–80.000 € |
Großes Mehrfamilienhaus, Gewerbe |
|
Brennstoffzellen-BHKW |
0,75–5 kWel |
26.000–55.000 € |
Einfamilienhaus (Neubau) |
Was ist im Preis enthalten?
Der Listenpreis des Herstellers deckt nur das Gerät selbst ab. Für ein anschlussfertiges BHKW müssen Sie weitere Positionen einkalkulieren:
den eigentlichen Gerätepreis (Motor, Generator, Wärmetauscher, Steuereinheit, Schallschutz)
Transport und Lieferung
Installation und Anschluss an Heizung, Stromversorgung und Abgasführung
einen Pufferspeicher oder Spitzenlastkessel
die Inbetriebnahme (Anmeldung beim Netzbetreiber, Genehmigungen)
eventuell einen Wartungsvertrag
eventuell eine Versicherung
Achten Sie beim Vergleich von Angeboten darauf, ob alle Positionen enthalten sind. Der Listenpreis allein reicht nicht für eine realistische Kalkulation!
Preis pro Kilowatt als Vergleichsmaßstab
Um verschiedene BHKW-Angebote miteinander zu vergleichen, rechnen Sie den Gesamtpreis auf die elektrische Leistung um. Der Preis pro Kilowatt elektrischer Leistung (kWel) ist der beste Vergleichsmaßstab.
Beispielrechnung:
Angebot |
Leistung |
Gesamtpreis |
Preis pro kWel |
|---|---|---|---|
Angebot A |
4 kWel |
28.000 € |
7.000 €/kWel |
Angebot B |
2 kWel |
22.000 € |
11.000 €/kWel |
Angebot A hat zwar den höheren Gesamtpreis. Aber pro Kilowatt Leistung ist es deutlich günstiger. Beachten Sie jedoch: Der kW-Preis sagt nichts über Qualität, Lebensdauer oder Wirkungsgrad aus. Holen Sie sich mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie alle Leistungsdaten.
Tipp: Vor-Ort-Termin ist Pflicht
Ein seriöses Angebot kann nur nach einem Vor-Ort-Termin erstellt werden. Jedes Gebäude hat andere Voraussetzungen für den hydraulischen Anschluss, die Abgasführung und den Aufstellort.
Betriebskosten: Was kostet ein BHKW im laufenden Betrieb?
Neben den Anschaffungskosten entstehen im Betrieb regelmäßige Kosten. Die beiden größten Posten sind der Brennstoff und die Wartung. Bedenken Sie aber: Auch eine herkömmliche Gasheizung verbraucht Brennstoff. Das BHKW nutzt diesen dank Kraft-Wärme-Kopplung deutlich effizienter.
Brennstoffkosten
Der Brennstoff ist der größte Posten bei den laufenden Kosten. Der Erdgaspreis liegt 2026 bei etwa 10–12 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich dazu lagen die Gaspreise vor wenigen Jahren noch bei 6–7 Cent. Trotz gestiegener Gaspreise bleibt ein BHKW wirtschaftlich. Denn es erzeugt aus dem gleichen Brennstoff zusätzlich Strom. Und Strom vom Energieversorger kostet 2026 zwischen 32 und 38 Cent pro Kilowattstunde.
Für eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und einem Wärmebedarf von 21.000 kWh pro Jahr ergeben sich Brennstoffkosten von etwa 2.100–2.520 Euro pro Jahr (bei 10–12 Cent/kWh Gaspreis).
Wartungskosten
Ein BHKW ist eine komplexe Maschine mit Motor und Generator. Regelmäßige Wartung ist deshalb unverzichtbar. Die Wartung ist bei den meisten Systemen alle 2.000 bis 4.000 Betriebsstunden vorgesehen.

Als Richtwert für die Wartungskosten rechnen Sie 2–3 Cent pro kWh erzeugtem Strom. Bei größeren Anlagen sinken die spezifischen Wartungskosten. Ein Mini-BHKW mit 50 kWel Leistung kommt auf etwa 1–1,5 Cent pro kWh.
BHKW-Typ |
Wartungskosten pro kWh Strom |
Wartungsintervall |
|---|---|---|
Nano-BHKW (bis 2,5 kWel) |
2–3 Cent |
alle 2.000–4.000 h |
Mikro-BHKW (2,5–15 kWel) |
1,5–2,5 Cent |
alle 3.000–5.000 h |
Mini-BHKW (15–50 kWel) |
1–1,5 Cent |
alle 4.000–6.000 h |
Tipp: Wartungsvertrag abschließen
Viele Hersteller bieten Vollwartungsverträge an. Diese umfassen alle planmäßigen Wartungen und den Austausch von Verschleißteilen. Ein solcher Vertrag gibt Ihnen Planungssicherheit bei den Betriebskosten. Ohne Wartungsvertrag erlischt bei vielen Herstellern die Garantie.
Wirtschaftlichkeit: Wann lohnt sich ein BHKW?
Die entscheidende Frage lautet: Rechnet sich die hohe Anschaffung langfristig? Die Antwort hängt vor allem von der jährlichen Betriebsdauer, dem Eigenverbrauchsanteil und den Energiepreisen ab.
Mindestlaufzeit für wirtschaftlichen Betrieb
Ein BHKW arbeitet dann besonders wirtschaftlich, wenn es mindestens 4.000–5.000 Betriebsstunden pro Jahr erreicht. Das klingt viel, ist aber realistisch:
Von Oktober bis März läuft das BHKW rund um die Uhr. Das sind bereits 4.368 Stunden.
In der Übergangszeit und im Sommer erzeugt es Warmwasser. Rechnen Sie mit durchschnittlich 4–6 Stunden pro Tag. Das ergibt weitere 730–1.100 Stunden.
In Summe kommen Sie auf 5.000–5.500 Stunden pro Jahr.
Aber auch bei niedrigerer Laufzeit kann sich ein BHKW lohnen. Moderne Anlagen mit hohem Wirkungsgrad erreichen die Wirtschaftlichkeit bereits bei 3.500–4.000 Stunden. Entscheidend ist die richtige Dimensionierung der Anlage.
Beispielrechnung: BHKW vs. Gasheizung (Zahlen 2026)
Wir vergleichen ein Nano-BHKW mit einer herkömmlichen Gas-Brennwertheizung in einem Einfamilienhaus.
Grundannahmen für die Beispielrechnung
Einfamilienhaus, 150 m² Wohnfläche, vierköpfige Familie
Jährlicher Wärmebedarf: 21.000 kWh
Jährlicher Strombedarf: 4.000 kWh
Gaspreis: 11 Cent/kWh (Mittelwert 2026)
Strompreis: 35 Cent/kWh (Mittelwert 2026)
Nano-BHKW: 2 kWel, Stromproduktion 4.000 kWh/Jahr
Eigenverbrauchsanteil Strom: 60 % (2.400 kWh)
Einspeisung: 40 % (1.600 kWh)
Anschaffungskosten im Vergleich:
Position |
Gas-Brennwertheizung |
Nano-BHKW |
|---|---|---|
Anschaffung inkl. Installation |
10.000 € |
25.000 € |
Voraussichtliche Lebensdauer |
15–20 Jahre |
15–20 Jahre |
Jährliche Kosten im Vergleich:
Kostenposition |
Gas-Brennwertheizung |
Nano-BHKW |
|---|---|---|
Brennstoffkosten Wärme (21.000 kWh × 11 Ct) |
2.310 € |
2.310 € |
Brennstoffkosten Strom (4.000 kWh × 11 Ct) |
– |
440 € |
Wartungskosten pro Jahr |
200 € |
400 € |
Stromrechnung (Zukauf vom Versorger) |
1.400 € (4.000 kWh × 35 Ct) |
560 € (1.600 kWh × 35 Ct) |
Jährliche Kosten gesamt |
3.910 € |
3.710 € |
Einnahmen und Ersparnisse beim BHKW:
Position |
Menge |
Betrag pro Jahr |
|---|---|---|
KWK-Zuschlag eingespeister Strom (8 Ct/kWh) |
1.600 kWh |
128 € |
KWK-Zuschlag selbst verbrauchter Strom (4 Ct/kWh) |
2.400 kWh |
96 € |
Einspeisevergütung (Baseload-Preis, ca. 7 Ct/kWh) |
1.600 kWh |
112 € |
Vergütung vermiedene Netzkosten (ca. 0,5 Ct/kWh) |
1.600 kWh |
8 € |
Energiesteuer-Erstattung (0,55 Ct/kWh Erdgas) |
25.000 kWh |
137,50 € |
Vermiedene Stromkosten durch Eigenverbrauch |
2.400 kWh × 35 Ct |
840 € |
Summe Einnahmen und Ersparnisse |
1.321,50 € |
Ergebnis: Amortisation nach etwa 10 Jahren
Position |
Gas-Brennwertheizung |
Nano-BHKW |
|---|---|---|
Jährliche Kosten |
3.910 € |
3.710 € |
Einnahmen und Ersparnisse |
– |
1.321,50 € |
Effektive Jahreskosten |
3.910 € |
2.388,50 € |
Jährlicher Vorteil BHKW |
1.521,50 € |
Der jährliche Kostenvorteil des BHKW beträgt rund 1.520 Euro. Die Mehrkosten bei der Anschaffung von 15.000 Euro sind damit nach knapp 10 Jahren wieder eingespielt. Danach spart das BHKW bares Geld.
Diese Rechnung ist vereinfacht. In der Praxis beeinflussen weitere Faktoren die Amortisation:
Die zu erwartende Strompreisentwicklung (steigende Preise verkürzen die Amortisationszeit)
Ein höherer Eigenverbrauchsanteil (verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich)
Inanspruchnahme von KfW-Krediten und BEG-Förderung
Die Finanzierung des BHKW (Zinsen als Kostenfaktor)
Tipp: Eigenverbrauch maximieren
Je mehr Strom Sie selbst verbrauchen, desto wirtschaftlicher wird Ihr BHKW. Denn jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen den vollen Strompreis (35 Cent/kWh). Im Vergleich bringt die Einspeisung nur etwa 15 Cent/kWh. Planen Sie daher stromintensive Geräte wie Waschmaschine oder Geschirrspüler für Zeiten ein, in denen das BHKW läuft.
BHKW in der Wohnungswirtschaft
In Mehrfamilienhäusern lassen sich Blockheizkraftwerke oft besonders wirtschaftlich betreiben. Der Grund: Der Wärmebedarf ist höher, die Laufzeiten sind länger und der erzeugte Strom kann direkt an die Mieter verkauft werden. Gleichzeitig profitiert das Wohnungsunternehmen von einem positiven Image durch umweltbewusste Energieversorgung.

Betreibermodelle im Überblick
Für den Betrieb eines BHKW in Mehrfamilienhäusern gibt es drei bewährte Modelle:
Modell 1: Kauf und Betrieb durch den Vermieter
Der Vermieter kauft das BHKW und betreibt es selbst. Mit den Mietern werden Wärme- und Stromlieferverträge geschlossen. Der Vermieter verkauft die selbst erzeugte Energie günstiger als der Energieversorger. Beide Seiten profitieren.
Modell 2: Contracting
Beim Contracting installiert ein Energiedienstleister das BHKW im Keller des Gebäudes. Das Gerät bleibt im Besitz des Contractors. Er kümmert sich um Installation, Wartung und Verwaltung. Im Gegenzug erhalten die Bewohner die Energie zu günstigen Konditionen. Dieses Modell eignet sich besonders bei wenig Eigenkapital.
Modell 3: Mieter-GbR
Die Mieter schließen sich zu einer GbR zusammen und betreiben das BHKW gemeinschaftlich. Sie nutzen die erzeugte Energie selbst und teilen sich die Kosten. Nur interessierte Bewohner nehmen teil. Dieses Modell ist flexibel, erfordert aber mehr Verwaltungsaufwand.
Kriterium |
Kauf durch Vermieter |
Contracting |
Mieter-GbR |
|---|---|---|---|
Eigenkapital nötig |
ja |
nein |
geteilt |
Verwaltungsaufwand |
mittel |
gering |
hoch |
hoch |
gering |
mittel |
|
Unabhängigkeit |
hoch |
niedrig |
hoch |
Zustimmung aller Mieter |
je nach Vertrag |
ja (Pflicht) |
nein (freiwillig) |
Wichtig beim Contracting: Alle Mieter und Eigentümer müssen einer Umstellung der Energieversorgung zustimmen — selbst wenn sie die BHKW-Wärme nicht beziehen möchten. Ist das nicht möglich, bleibt als Alternative die Mieter-GbR.
Förderungen für BHKW-Anlagen (aktueller Stand 2026)
Bund und Länder fördern die Installation und den Betrieb von Blockheizkraftwerken auf verschiedene Weise. Durch geschickte Kombination der Förderprogramme können Sie die Wirtschaftlichkeit Ihres BHKW deutlich verbessern.
KWK-Zuschlag nach dem KWKG 2023
Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) ist das wichtigste Förderinstrument für BHKW-Betreiber. Es regelt die Zuschläge für den erzeugten Strom.
Anlagengröße |
KWK-Zuschlag eingespeister Strom |
KWK-Zuschlag Eigenverbrauch |
Förderdauer |
|---|---|---|---|
bis 50 kWel |
8 Cent/kWh |
4 Cent/kWh |
30.000 Vollbenutzungsstunden |
50–100 kWel |
6 Cent/kWh |
3 Cent/kWh |
30.000 Vollbenutzungsstunden |
100–250 kWel |
5 Cent/kWh |
2,5 Cent/kWh |
30.000 Vollbenutzungsstunden |
Zusätzlich zum KWK-Zuschlag erhalten Sie für den eingespeisten Strom den Baseload-Preis der Strombörse und eine Vergütung für vermiedene Netzkosten (ca. 0,5 Cent/kWh). Insgesamt kommen so bis zu 15 Cent oder mehr pro eingespeister Kilowattstunde zusammen.
Wichtig: Voraussetzungen für den KWK-Zuschlag
Nicht alle Anlagen werden gefördert. Das BHKW muss als hocheffizient gelten und die Anforderungen der EU-Energieeffizienzrichtlinie erfüllen. Außerdem muss die Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als KWK-Anlage zugelassen werden.
BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude)
Die frühere BAFA Mini-KWK-Förderung ist seit Ende 2020 eingestellt. Seit 2024 gibt es im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) neue Möglichkeiten:
Bis zu 35 % Investitionszuschuss für KWK-Anlagen, die mit Biogas oder Wasserstoff betrieben werden.
Zusätzlicher Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % beim Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung.
Einkommensabhängiger Bonus von 30 % für Haushalte mit bis zu 40.000 Euro Bruttojahreseinkommen.
Maximaler Fördersatz: 70 % (bei Kombination aller Boni).
Achtung: Förderanträge müssen immer VOR dem Kauf gestellt werden. Ein nachträglicher Antrag ist nicht möglich!
KfW-Förderkredite
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Darlehen für energetische Sanierungen und effiziente Neubauten. Für BHKW-Installationen kommen folgende Programme infrage:
KfW-Programm 261/262 (Wohngebäude – Kredit): Zinsgünstige Darlehen für energetische Einzelmaßnahmen.
KfW-Programm 297/298 (Klimafreundlicher Neubau): Für Neubauten mit effizienter KWK-Technik.
KfW-Programm für Unternehmen: Spezielle Förderkredite für gewerbliche KWK-Anlagen.
Die KfW-Programme sind teilweise mit der BEG-Förderung kombinierbar. Lassen Sie sich beraten, welche Kombination in Ihrem Fall die beste ist.
Weitere Förderungen und steuerliche Vorteile
Energiesteuer-Erstattung: Für den eingesetzten Erdgas-Brennstoff erhalten Sie eine Erstattung von 0,55 Cent pro kWh.
Vorsteuer-Rückerstattung: Als BHKW-Betreiber können Sie die Umsatzsteuer auf die Anschaffung erstattet bekommen.
Stromsteuerbefreiung: Selbst verbrauchter KWK-Strom aus Anlagen bis 2 MW ist von der Stromsteuer (2,05 Cent/kWh) befreit.
Landesförderungen: Viele Bundesländer bieten zusätzliche Programme. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune oder Ihrem Energieversorger.
Tipp: Fördermittelberatung nutzen
Die Regelungen sind komplex. Lassen Sie sich von einem zertifizierten Energieeffizienz-Experten (dena) beraten. Dieser kennt alle verfügbaren Programme und hilft Ihnen bei der Antragstellung.
Sonderfall Brennstoffzellenheizung
Brennstoffzellenheizungen sind eine besondere Form des BHKW. Sie wandeln Wasserstoff (gewonnen aus Erdgas) elektrochemisch in Strom und Wärme um. Die Anschaffungskosten liegen zwischen 26.000 und 55.000 Euro inklusive Montage. Im Preis ist immer ein zusätzlicher Gas-Brennwertkessel für Spitzenlasten enthalten.
Die hohen Preise haben zwei Gründe: Die Technik ist komplex und die Stückzahlen sind noch gering. Mit zunehmender Verbreitung werden die Preise voraussichtlich sinken. Der Vorteil der Brennstoffzelle: Sie hat einen besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad und arbeitet nahezu geräuschlos.
Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel zu Brennstoffzellenheizungen.
Häufige Fragen zu BHKW-Kosten
Was kostet ein kleines BHKW für ein Einfamilienhaus?
Ein Nano-BHKW für ein Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen 20.000 und 30.000 Euro inklusive Installation. Dazu kommen jährliche Betriebskosten von etwa 2.500–3.500 Euro für Brennstoff und Wartung. Durch Einnahmen aus KWK-Zuschlag, Einspeisevergütung und eingesparten Stromkosten amortisiert sich die Anlage in der Regel nach 8–12 Jahren.
Lohnt sich ein BHKW bei den aktuellen Gaspreisen?
Ja. Obwohl der Gaspreis 2026 bei 10–12 Cent/kWh liegt und damit deutlich höher als vor einigen Jahren, lohnt sich ein BHKW weiterhin. Der Grund: Auch der Strompreis ist gestiegen (32–38 Cent/kWh). Jede Kilowattstunde Strom, die Sie selbst erzeugen, spart Ihnen diesen hohen Preis. Die Wirtschaftlichkeit hängt vor allem vom Eigenverbrauchsanteil ab.
Welche Förderungen gibt es 2026 für Blockheizkraftwerke?
Die wichtigsten Förderungen sind der KWK-Zuschlag nach dem KWKG (8 Cent/kWh für Anlagen bis 50 kW), die BEG-Förderung (bis 35 % Investitionszuschuss bei Nutzung von Biogas oder Wasserstoff) und zinsgünstige KfW-Förderkredite. Zusätzlich gibt es Energiesteuer-Erstattungen und Stromsteuerbefreiungen. Die alte BAFA Mini-KWK-Förderung ist seit Ende 2020 eingestellt.
Wie lange hält ein Blockheizkraftwerk?
Die typische Lebensdauer eines BHKW beträgt 15–20 Jahre oder etwa 60.000–80.000 Betriebsstunden. Regelmäßige Wartung ist dafür Voraussetzung. Nach etwa der Hälfte der Lebensdauer kann eine Generalüberholung des Motors notwendig werden. Die Kosten dafür liegen je nach Anlagengröße bei 3.000–8.000 Euro.
Was ist günstiger: BHKW kaufen oder Contracting?
Beim Kauf haben Sie höhere Anfangskosten, aber langfristig die bessere Rendite. Sie profitieren direkt von allen Einnahmen und Einsparungen. Beim Contracting entfällt die Investition, dafür ist die jährliche Ersparnis geringer. Contracting eignet sich vor allem für Vermieter mit wenig Eigenkapital oder wenn kein technisches Know-how vorhanden ist.
Fazit: BHKW-Kosten und Wirtschaftlichkeit auf einen Blick
Ein Blockheizkraftwerk ist eine Investition, die sich langfristig auszahlt. Die Anschaffungskosten von 20.000–80.000 Euro (je nach Leistungsklasse) amortisieren sich typischerweise in 8–12 Jahren. Danach erzeugen Sie Strom und Wärme deutlich günstiger als mit einer herkömmlichen Heizung.
Die wichtigsten Faktoren für die Wirtschaftlichkeit sind:
Hoher Eigenverbrauchsanteil: Je mehr Strom Sie selbst nutzen, desto schneller rechnet sich die Anlage.
Ausreichende Laufzeit: Mindestens 4.000 Betriebsstunden pro Jahr sollte das BHKW erreichen.
Richtige Dimensionierung: Die Anlage muss zum Wärmebedarf Ihres Gebäudes passen.
Förderungen nutzen: KWK-Zuschlag, BEG-Förderung und KfW-Kredite verbessern die Rendite erheblich.
Lassen Sie sich von einem BHKW-Fachberater (ASUE) die Wirtschaftlichkeit für Ihren individuellen Fall berechnen. Nur so können Sie eine fundierte Entscheidung treffen.